Geiselnahme: Ultimatum endete am Montag

27. Juli 2004, 11:20
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"Träger der schwarzen Flaggen", die sieben Ausländer in ihrer Gewalt haben, fordern Rückzug aus dem Irak und drohen mit Enthauptungen

Dubai/Amman - Die Entführer von sieben ausländischen Lastwagenfahrern haben am Sonntagabend einen eigenen Vermittler in der Geiselaffäre benannt. Scheich Hisham al Dulaimi sei mit den Verhandlungen mit dem kuwaitischen Arbeitgeber der Geiseln sowie mit den Botschaften ihrer Herkunftsländer beauftragt, teilte die Gruppe "Träger der schwarzen Flaggen" am Abend in einer von dem Fernsehsender Al Arabija veröffentlichten Botschaft mit.

Der Scheich gehört einem der einflussreichsten sunnitischen Stämme im Irak an. Die Familie lebt vor allem in der Provinz Al Anbar, in der sich auch die sunnitischen Widerstandszentren Falluja und Ramadi befinden.

Ultimatum

Die sieben Fahrer des kuwaitischen Unternehmens Kuwait and Gulf Link Transport - drei Inder, drei Kenianer und ein Ägypter - sind seit Mitte der vergangenen Woche in der Hand der radikalislamischen Gruppe.

Diese fordert von dem kuwaitischen Arbeitgeber, sich aus dem Irak zurückzuziehen und droht damit, alle 72 Stunden eine ihrer Geiseln zu enthaupten. Ein Ultimatum der Gruppe endete am Montag gegen 18.00 Uhr (MESZ).

Weitere Entführungen Eine militante Gruppe im Irak hat zwei pakistanische Staatsangehörige und einen Iraker in ihre Gewalt gebracht. Die beiden Pakistanis, ein Techniker und ein Fahrer, würden auf Grund "triftiger Beweise" hingerichtet, hieß es in einem Video, das die Organisation "Islamische Armee im Irak" dem arabischen TV-Nachrichtensender Al Jazeera zukommen ließ. Die extremistische Gruppe habe auf diese Weise auf die Ankündigung des pakistanischen Staatschefs Pervez Musharraf reagiert, eventuell pakistanische Truppen in den Irak zu entsenden.

Über das Schicksal des Irakers, eines Lastwagenfahrers, sei noch nicht entschieden worden. Das Video zeigte Ausweise der Verschleppten sowie ein Foto, das sie zusammen mit dem ehemaligen US-Militärsprecher General Mark Kimmitt zeigte, der zugleich auch Vizedirektor für Operationen der US-geführten Truppen im Irak war. Das pakistanische Außenministerium hatte bereits am Wochenende erklärt, dass zwei pakistanische Staatsbürger im Irak vermisst würden.

Zwei Jordanier verschleppt, einer getötet

Die Regierung in Amman hat am Montag bestätigt, dass zwei jordanische Staatsbürger von Extremisten im Irak verschleppt und ein dritter aus Jordanien stammender Mann in Basra getötet worden ist. Bei den Entführten handelt es sich um zwei Lastwagenfahrer. Die Kidnapper drohten, sie zu enthaupten, wenn die Firmen, für die sie arbeiteten, nicht aus dem Irak abziehen.

Die Regierung sagte, es handle sich um private Firmen, auf die sie keinen Einfluss habe. Erst in der vergangenen Woche war ein jordanischer Lkw-Fahrer im Irak von seinen Entführern ermordet worden. Nach Regierungsangaben ist ein Übersetzer jordanischer Herkunft aber mit amerikanischem Pass am Sonntag von Unbekannten im südirakischen Basra ermordet worden. Der Mann arbeitete für das amerikanische Militär. (APA/dpa)

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