US-Kriegsgegner: "Wir haben keine andere Wahl als Kerry"

28. Juli 2004, 07:08
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Kriegsgegner demonstrieren vor Parteitag der Demokraten in Boston: "Bringt die Truppen nach Hause"

Boston - Vor dem Wahlparteitag der US-Demokraten haben in Boston am Sonntagabend rund 3.000 Demonstranten gegen den Irak-Krieg protestiert. "Bringt die Truppen nach Hause", war auf zahlreichen Plakaten zu lesen. Die Demonstranten marschierten am FleetCenter vorbei, wo am (heutigen) Montag der viertägige Nominierungsparteitag der Demokraten beginnt. Dabei soll Senator John Kerry offiziell zum Herausforderer von Präsident George W. Bush für die Präsidentenwahl am 2. November gekürt werden.

Einzelne Demonstranten warfen Kerry vor, dass auch er die US-Soldaten nicht aus Irak abziehen wolle. Mit ihrem Protest im größten Park der Stadt wollten sie nach eigenen Angaben den designierten demokratischen Präsidentschaftskandidaten John Kerry zu einer klareren Haltung in der Irak-Politik anhalten. "Wir haben keine andere Wahl als Kerry, aber seine Irak-Politik liegt nicht sehr weit entfernt von der Bushs, und wir werden ihn so lange drängen, bis er sie ändert", sagte die Soldatenmutter Rita Clement vor den Demonstranten. "Ich will Kerry darum bitten, das zu tun, was er 1971 getan hat", sagte Frank Lavine von der Vereinigung "Veteranen für den Frieden". Nach der Rückkehr aus Vietnam hatte sich Kerry damals gegen den Vietnam-Krieg gestellt.

Es war die erste von zahlreichen Kundgebungen am Rande des demokratischen Parteitags, der bis Donnerstag dauert. Derartige Parteitage ziehen in den USA traditionell Demonstrationen zu den unterschiedlichsten Themen an. In Boston ist den Demonstranten jedoch aus Sicherheitsgründen ein mit Stacheldraht eingezäuntes Gebiet für ihre Proteste zugewiesen worden. Erste Vergleiche mit einem Gefangenenlager machten bereits die Runde.

Gleichzeitig protestierten rund 1.000 Abtreibungsgegner gegen den Demokraten, der ein Abtreibungsverbot ablehnt. Bei einer Begegnung zwischen den beiden Demonstrationszügen kam es zu einem kurzen Handgemenge zwischen Kriegsgegnern und einem Mann mit einem Plakat gegen Abtreibung. Augenzeugen zufolge wurde der Abtreibungsgegner zu Boden geworfen und sein Hemd zerrissen. (APA/AP)

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