Umstrittenes Gedenken für Engelbert Dollfuß

25. Juli 2004, 20:06
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Noch 70 Jahre nach seiner Ermordung sorgt der christlichsoziale Bundeskanzler für Aufregung

Noch 70 Jahre nach seiner Ermordung durch nationalsozialistische Putschisten sorgt der christlichsoziale Bundeskanzler Engelbert Dollfuß für Aufregung: Bevor sich konservative Gläubige in der Wiener Michaelerkirche versammeln konnten, um einen Gedenkgottesdienst für den Politiker zu zelebrieren, haben Mitglieder der Sozialistischen Jugend auf dem Michaelerplatz mit einer Lesung an die Opfer der Niederschlagung des Februaraufstands erinnert.

Fünf Monate vor seiner Ermordung durch die Nazis hatte sich Dollfuß unversöhnlich gegenüber den Sozialdemokraten gezeigt, die sich gegen die Entwaffnung des Schutzbundes wehrten - es kam zu einem blutigen Bürgerkrieg.

"Dollfuß ging es nicht darum, einen Abwehrkampf gegen die Nationalsozialisten zu führen, sondern ein antidemokratisches Regime unter seiner Führung aufzubauen", lautet die Position der Jusos - während das konservative Gedenken ihm den Opfertod gegen die Nazis zugute hält. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26. 7. 2004)

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