Mexiko: Kein Prozess gegen Ex-Präsident Echeverría

28. Juli 2004, 20:16
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Straftaten seien bereits verjährt - Für Massaker bei Studentendemonstration verantwortlich gemacht

Mexiko - Der wegen eines Massakers in den 70er Jahren angeklagte frühere mexikanische Präsidenten Luis Echeverría (1970-1976) bleibt auf freiem Fuß. Wie Radiosender am Samstag berichteten, lehnte es der zuständige Richter ab, ein Gerichtsverfahren gegen Echeverría und elf Mitangeklagte zu eröffnen, da die ihnen vorgeworfenen Straftaten bereits verjährt seien. Die Staatsanwaltschaft hat die Möglichkeit, gegen den Richterbeschluss Berufung einzulegen.

Echeverría wird vorgeworfen, für den gewaltsamen Tod von 30 Studenten bei einer von Polizeikräften unterdrückten Demonstration am 10. Juni 1971 verantwortlich zu sein. Nach Ansicht des Sonderstaatsanwaltes Ignacio Carrillo Prieto ist der Tatbestand des "Völkermordes" erfüllt, weil es eine Strategie der damaligen Regierung gegeben habe, eine Bevölkerungsgruppe - die linksgerichteten Studenten - zu vernichten. Die Verteidiger Echeverrías bezeichneten den "Völkermord"-Vorwurf als absurd. (APA/dpa)

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    Luis Echeverría

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