Minsk droht russischem Staatsfernsehen mit Ausweisung

30. Juli 2004, 14:44
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Nach unliebsamer Berichterstattung über Proteste gegen Lukaschenko

Die weißrussischen Behörden haben dem Korrespondentenbüro des staatlichen russischen Fernsehsenders "Rossija" in Minsk mit Zwangsschließung gedroht. Anlass soll ein Bericht über Proteste gegen Staatspräsident Alexander Lukaschenko sein. Bei einer Demonstration zum zehnten Jahrestag der Amtsübernahme des Präsidenten am vergangenen Mittwoch hatte ein "Rossija"-Korrespondent von "3000 bis 5000 Lukaschenko-Gegnern" berichtet. Die Behörden in Minsk sprachen daraufhin von falscher Berichterstattung, da die Polizei auf der Kundgebung nur 170 Teilnehmer gezählt hätte.

In Russland bekommen die Fernsehzuschauer derart regierungskritische Berichte im Kanal "Rossija" nur in Beiträgen aus dem Ausland zu sehen. Im eigenen Land haben sich "Rossija" und auch der erste Kanal ORT unter Präsident Wladimir Putin zu Kreml-treuen Sendern gewandelt.

"Wir erwarten, dass die Korrespondenten von Rossija ihre Arbeit wie bisher in Weißrussland fortsetzen können", hieß es in einer am Samstag veröffentlichten Reaktion des russischen Außenministeriums. (APA/dpa)

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