Bures: Neugebauer als Arbeitnehmervertreter unglaubwürdig

26. Juli 2004, 14:30
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SP-Bundesgeschäfts­führerin: ÖAAB-Obmann vertritt ausschließlich Interessen der Beamten - Walch lobt Neugebauer

Wien - Für SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures ist der ÖAAB-Obmann und Chef der Beamtengewerkschaft, Fritz Neugebauer, als Arbeitnehmervertreter "unglaubwürdig". In einer Aussendung äußerte Bures am Sonntag "große Zweifel", ob sich Neugebauer mit seinen Forderungen für eine abschlagsfreie Schwerarbeiterregelung und generell abschlagsfreie Pension mit 45 Versicherungsjahren in seiner Partei durchsetzen werde. "Die Frage ist freilich auch, ob er sich überhaupt durchsetzen will." Bures erinnert daran, dass Neugebauer auch die Pensionsreform 2003 zunächst kritisiert und dann zugestimmt habe.

Die SPÖ-Bundesgeschäftsführerin glaubt nicht, dass Neugebauer bei der Harmonisierung das Wohl aller Arbeitnehmer im Auge hat. "Neugebauer vertritt ausschließlich die Interessen der Beamten, auch wenn das auf Kosten der ASVG-Versicherten geht." Unter dem Gesichtspunkt von Pensionsgerechtigkeit sei es unverständlich, dass Neugebauer nichts dagegen gehabt habe, die kleinen ASVG-Pensionen um bis zu zehn Prozent zu kürzen, er aber mit aller Vehemenz einen Solidarbeitrag von Beamten- und Politikerhöchstpensionen in Höhe von zehn Prozent, wie das die SPÖ fordert, bekämpft habe.

Walch fordert Gleichstellung von Beamten mit ASVG

Der freiheitliche Arbeitnehmervertreter Max Walch hatte lobte Neugebauer am Sonntag: Es sei erfreulich, das Beamtenchef Neugebauer nun die ASVGler unterstütze. Walch reagierte damit auf die Forderung Neugebauers, mit 45 Versicherungsjahren abschlagfrei in Pension gehen zu können.

Neugebauer solle sich aber dafür einsetzen, dass im hohen Beamtenbereich und bei den leitenden Angestellten im Sozialversicherungsbereich die "ungerechtfertigen hohen Zuschüsse" dem ASVG-System gleichgestellt werden, so Walch. Zur Schwerarbeiterregelung begrüßte er die von Sozialminister Herbert Haupt geplante Regelung, dass man pro Jahr Schwerarbeit drei Monate früher in Pension gehen könne. (APA)

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