Israelische Behörden warnen vor Luftangriff jüdischer Extremisten

25. Juli 2004, 20:58
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Sicherheitsminister befürchtet Sprengstoffattentat auf Tempelberg

Jerusalem - Die israelische Polizei und der Inlandsgeheimdienst Shin Beth haben vor einem Angriff jüdischer Extremisten auf den Jerusalemer Tempelberg aus der Luft gewarnt. Wie die israelische Tageszeitung "Haaretz" am Sonntag berichtete, könnte ein mit Sprengstoff beladenes Flugzeug ohne Pilot oder mit einem Selbstmordattentäter am Steuer auf moslemische Gläubige auf dem Tempelberg gesteuert werden. Das 23.000 Quadratmeter große Areal mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Mosche wird von den Moslems "Haram al Sharif" ("Heiligtum des Propheten") genannt und gilt als das dritthöchste islamische Heiligtum nach Mekka und Medina.

"Kettenreaktion"

Bereits am Samstag hatte der israelische Sicherheitsminister Tzahi Hanegbi vor einem Attentat auf dem Tempelberg gewarnt. Das Risiko, dass "extremistische oder fanatische Juden" ein Attentat an einer der heiligsten Stätten des Islam ausführten, sei "noch nie so hoch" gewesen, sagte Hanegbi im israelischen Fernsehen. Ein solches Attentat könne das Ziel haben, den Plan von Ministerpräsident Ariel Sharon zum Rückzug aus dem Gaza-Streifen zu verhindern, indem es eine "Kettenreaktion" auslöse.

Aus Protest gegen den geplanten Rückzug aus dem Gaza-Streifen hat eine Organisation jüdischer Siedler für Sonntag zu einer "riesigen Menschenkette" von dem Palästinensergebiet nach Jerusalem aufgerufen. In den vergangenen Wochen hatten Vertreter israelischer Sicherheitsdienste mehrfach von der steigenden Gefahr gewarnt, die von radikalen jüdischen Siedlern ausgehe. (APA)

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