Islamistische Terroristen drohen Australien und Italien

26. Juli 2004, 09:55
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Mutmaßliche Al-Kaida-Gruppierung fordert Truppenrückzug aus dem Irak

Dubai - Ein Gruppe, die sich selbst als europäischer Flügel der Al-Kaida-Organisation bezeichnet, hat Australien und Italien mit Anschlägen gedroht, sollten beide Länder nicht ihre Truppen aus dem Irak abziehen. Auf einer Internetseite drohte die Gruppe am Samstag, sie werde Australien und Italien "mit Kolonnen präparierter Autos" angreifen, wenn diese Länder ihre Forderungen nicht erfüllten. Unterzeichnet war die Erklärung mit "Islamische Tauhid Gruppe, Al-Kaida-Organisation Europa". Erst am Mittwoch hatte diese bis dahin unbekannte Gruppe Bulgarien und Polen ebenfalls mit Anschlägen gedroht, falls beide Länder nicht ihre Truppen aus dem Irak abzögen.

Bezug auf Bali

"Australier, wenn Eure Regierung einen Abzug und eine Antwort an uns ablehnt, werden wir den Boden neben Euren Füßen erschüttern lassen, wie wir es in Indonesien getan haben, und Kolonnen präparierter Autos werden nicht stoppen", hieß es in der am Samstag verbreiteten Erklärung. Bei Bombenanschlägen auf der indonesischen Ferieninsel Bali waren im Oktober 2002 mehr als 200 Menschen getötet worden, darunter 88 Australier.

An Italien gerichtet hieß es in der Erklärung: "Italiener, wir raten Euch, unser Angebot anzunehmen und wenn Ihr ablehnt, werdet Ihr hören, wie die Kolonnen präparierter Autos Eure Städte erschüttern." Die Gruppe sprach auch Drohungen gegen australische Interessen in arabischen und moslemischen Ländern aus. "Unsere Arme sind lang und wir können jeden erreichen, wannimmer wir wollen."

"Richtiger Weg Spaniens"

Die Extremisten forderten Australien und Italien auf, mit einem Truppenabzug anderen Ländern wie Spanien zu folgen, die aus der von den USA geführten Irak-Allianz ausgetreten sind. "Folgt dem Weg der Philippinen und Spaniens. Es ist der richtige Weg, der Euch ein sicheres Leben garantiert", hieß es. Nach der Entführung eines philippinischen Lastwagenfahrers hatte die Regierung in Manila Mitte des Monats die Forderung der Geiselnehmer erfüllt und ihre rund 50 Soldaten aus dem Irak abgezogen. Unter dem Eindruck der schweren Bombenanschläge vom 11. März in Madrid hatten die Spanier eine neue Regierung gewählt, die nach ihrem Amtsantritt die Soldaten des Landes aus dem Irak zurückholte.

In den vergangenen Wochen sind mehrfach Drohungen gegen Länder im Internet aufgetaucht, die Truppen im Irak stationiert haben. Von einigen distanzierten sich allerdings später moslemische Extremistengruppen, die ihren Namen missbraucht sahen. Die Echtheit der Erklärungen war unklar. (APA/Reuters)

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