Der Staat könnte sich Millionen einsparen"

31. Juli 2004, 17:14
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EDS-Chef: Elf IT-Abteilungen sind zu viel

Ein dreistelliger Millionenbetrag ließe sich nach Ansicht des Österreich-Geschäftsführers des IT-Beratungsunternehmens EDS, Christian Kalaschek, beim Bund einsparen. "Jedes der elf Ministerien betreibt seine eigene IT-Abteilung", meint er. Bis zu hundert Rechenzentren arbeiteten für den Bund, notwendig seien nur zwei.

Positiv

Als Country-Managers einer der weltweit größten IT-Dienstleisters sieht er naturgemäß im IT-Outsourcing einen kosteneffizienten Weg. Positives Beispiel dafür sei das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA), das seine gesamte Infrastruktur und deren Betrieb ausgelagert hat - an die EDS.

Der Großteil der Kosten, den der Staat für Informationstechnologie (IT) aufwende, fließe in die Aufrechterhaltung der Systeme, Mittel für innovative Ansätze gebe es kaum, so Kalaschek. Seiner Ansicht nach bedürfe es auch in Österreich der Position eines IT-Staatssekretärs, der gemeinsam mit der Regierung den Bereich E-Government und die Effizienzsteigerung der IT vorantreibe.

kritik

Kritik äußert der EDS Österreich Chef im Gespräch mit dem STANDARD auch über die Vergabepolitik des Bundes. Ein eigenes Gesetz ermögliche etwa dem Bundesrechenzentrum, das sich zu hundert Prozent im Besitz des Bundes befindet, auch ohne Ausschreibungen anzubieten und auszuführen. Dies sei für alle Spieler eine wettbewerbsverzerrende Situation. Und: "Wo sonst gibt es das noch, dass der Bund einen kritischen Auftrag quasi an sich selbst vergibt. Wie soll im Fall des Falles der Bund dazu etwas einfordern können?"

Auch hält Kalaschek die "sehr restriktive" Vertragsgestaltung des Bundes, die auch eine unlimitierte Haftung bei Schäden beinhaltet, für bedenklich. Die meisten Anbieter würden darauf nicht einsteigen - und der Staat erhalte so nicht unbedingt die besten Lösungen. (kat)

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