Pentagon gibt Unterlagen zu Bushs Militärdienst frei

27. Juli 2004, 10:37
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Besagte Soldzettel galten bisher als verschwunden

Washington - Das US-Verteidigungsministerium hat nun doch Unterlagen über den Militärdienst von US-Präsident George W. Bush bei der Nationalgarde von Alabama herausgegeben. Die Soldzettel, die den Zeitraum von Juli bis September 1972 abdecken, galten als verschwunden. Das Pentagon hatte bisher erklärt, die fraglichen Unterlagen seien versehentlich vernichtet worden.

Zweifel an Bushs ordnungsgemäßem Dienst

In einem Brief an die Nachrichtenagentur AP schrieb am Freitag der zuständige Informationschef C.Y. Talbot, die Dokumente seien jetzt erst gefunden worden, weil sie falsch nummeriert worden seien. Die Nachrichtenagentur AP hatte vor einer Woche bei einem New Yorker Gericht die Freigabe sämtlicher Unterlagen über den Militärdienst Bushs beantragt. Die bisherigen Veröffentlichungen entsprächen nicht den Vorgaben des Gesetzes zur Informationsfreiheit, hieß es in der Eingabe. So seien auch die Zweifel noch nicht beigelegt, ob Bush während des Vietnam-Kriegs seinen Dienst bei der Nationalgarde ordnungsgemäß absolviert habe.

Bush war 1972 zeitweise als Leutnant bei einer Einheit im US-Staat Alabama stationiert. Gleichzeitig leitete er den Wahlkampf von Winton Blount, einem Freund der Familie, der sich - letztlich erfolglos - um einen Sitz im Senat bewarb. Die oppositionellen Demokraten werfen dem Präsidenten vor, in dieser Zeit seinen Militärdienst vernachlässigt und sich regelwidrig von seinen Pflichten entfernt zu haben.

Die AP verwies in ihrem Gerichtsantrag auch auf Anschuldigungen, wonach belastendes Material möglicherweise 1997 vernichtet wurde, als Bush sich abermals um den Gouverneursposten von Texas bewarb. (APA/AP)

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    George W. Bush 1972 in seiner Nationalgarde-Uniform.

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