Reise in die Welt des Neandertalers

28. Juli 2004, 20:35
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Tele-Archäologieprojekt der EU: "The Neanderthal Tool"

Hamburg/Wien - "Wie viel Neandertaler steckt noch in uns?" Antworten auf diese Frage soll ein EU-Projekt geben, bei dem erstmalig die internationalen Forschungen über den Neandertaler zusammengeführt werden und im weltweit bisher größten Forschungsverbund zu diesem Thema die Herkunft und Entwicklung des modernen Menschen geklärt werden soll. Beteiligt daran ist auch ein österreichisches Unternehmen.

Durch den Einsatz moderner Medientechnologien wird dabei die größte Sammlung von Neandertalerfunden entstehen. Um die Erkenntnisse von "The Neanderthal Tool" (TNT), so der Name des Projekts, auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, sollen diese im "National Geographic ArchChannel" präsentiert werden. Auf dieser Website wird es ab Ende 2005 neben umfangreichen Informationen zahlreiche interaktive Module geben, die eine spielerische Zeitreise in die Welt des Neandertalers ermöglichen.

Parallel zu dieser Website sollen sich Paläanthropologen und Archäologen auf einer geschlossenen Plattform über ihre Forschungen austauschen und zeitgleich an jedem beliebigen Ort mit den Fundstücken arbeiten können. Für das Internetportal "Nespos" werden die Bestände der Museen - Schädel, Zähne, Werkzeuge, Artefakte - digitalisiert und die Inhalte der lokalen Datenbanken vereint. Detailgenaue Abbildungen aller Fundstücke können die Wissenschaftler dann in dreidimensionaler Darstellung am Computer bearbeiten.

Die Art und Weise, wie das Projekt aufgesetzt wird, bietet laut Gerd-Christian Weninger, Direktor des Neanderthal Museums Mettmann zwei große Vorteile: "Die Wissenschaftler können künftig die sorgsam gehüteten Teile der Orginalskelette untersuchen, ohne sie zu berühren oder transportieren zu müssen. Und sie können mehr Material in kürzester Zeit vergleichen, ohne die knappen Budgets der Institute mit Reisekosten zu belasten."

Als einziger österreichischer Partner im Projekt vertreten ist der E-Business-Dienstleister PXP Software Austria. Das Unternehmen ist für die konzeptionelle und technische Umsetzung der Web-Plattformen "National Geographic ArchChannel" und "Nespos" verantwortlich. (kat/

  • So hätte ein Mensch unserer Zeit als Neandertaler ausgesehen
    foto: national geographic

    So hätte ein Mensch unserer Zeit als Neandertaler ausgesehen

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