Rittern um "Descartes"

30. Juli 2004, 19:29
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Zeilinger und Weinberger für EU-Wissenschaftspreis nominiert

Brüssel/Wien - Österreichische Wissenschafter sind an zwei von acht Projekten beteiligt, die als Finalisten für den EU-Wissenschaftspreis "Descartes" nominiert wurden. Wie die Europäische Kommission am Freitag in Brüssel mitteilte, handelt es sich um ein Forschungsteam unter der Führung des Wiener Chemikers Peter Weinberger sowie ein Team, an dem der Wiener Quantenphysiker Anton Zeilinger beteiligt ist.

Der mit einer Million Euro dotierte Preis ist nach dem Vater der Aufklärung benannt, dem französischen Philosophen und Mathematiker Rene Descartes (1596-1650). Die Preisverleihung soll am zweiten Dezember auf der Prager Burg stattfinden. Der Preisjury sitzt Ene Ergma, die estnische Parlamentspräsidentin und Vize-Vorsitzende der dortigen Akademie der Wissenschaften vor.

Der Chemiker Weinberger ist Professor für Quantenchemie an der Technischen Universität Wien. Sein Team aus österreichischen, tschechischen und ungarischen Wissenschaftern widmet sich der Erforschung neuartiger Materialien und ihrer physikalischen Beschaffenheit.

Quantenmechanik

Durch Einsatz der Quantenmechanik soll dabei getestet werden, ob und inwiefern sich diese neuartigen Stoffe als elektrische oder magneto-optische Leiter eignen.

Der Wiener Physiker Zeilinger gehört einem Forschungsteam mit Physikern aus Schweden, Deutschland, Großbritannien, der Schweiz, Frankreich und den USA an. Bei dem Projekt namens "IST-QuComm" geht es darum, mit Hilfe von Quantentechnologie ein absolut sicheres Verschlüsselungsverfahren zu entwickeln. Das Verschlüsselungsverfahren könnte weltweit im Kommunikations-und Computerbereich eingesetzt werden. Eine erste elektronische Banküberweisung unter Einsatz dieser Technik wurde bereits im Frühling vor großem Publikum im Wiener Rathaus erfolgreich durchgeführt.

Insgesamt nehmen Wissenschafter aus 20 europäischen Ländern am Rennen um den Descartes-Preis teil. Die acht Projekte beschäftigen sich unter anderem mit Nanotechnologie, Informationstechnologie, Maschinenbau, Gentechnik und Medizin.(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24./25. 7. 2004)

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