Landeshauptfrau Burgstaller: Festival im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne

23. Juli 2004, 20:45
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Salzburg- "Die Salzburger Festspiele bewegen sich - wie der Kunstbetrieb insgesamt - wie je zuvor in Spannungsfeldern: Zwischen Tradition und Moderne, zwischen hehrem künstlerischem Anspruch und nüchternen ökonomischen Erfordernissen, zwischen Erbauung und Läuterung, zwischen einem Fest für alle, und Spielen für letztlich doch relativ wenige, zwischen dem eigenen Anspruch auf Weltkultur und dem kaum mehr überschaubaren globalen Festival-Getümmel an Allerweltskultur", stellte Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller in ihrer Ansprache bei der Eröffnung der Festspiele am Freitagabend fest. Intendant Peter Ruzicka habe zusammen mit seinem Team die Frage nach dem, was zu tun sei, für sich und für sein Publikum in hervorragender Weise beantwortet.

"Die Festspiele wurden sicher - auch stilsicher - in das 21. Jahrhundert geführt. Man setzt dabei nicht auf spektakuläre Brüche, sondern auf eine organische Weiterentwicklung mit manchmal leisen, aber stets kraftvollen Akzenten", so Burgstaller. Das gelte sowohl für die zeitgenössischen Kunst - so etwa für den unter Ruzickas eigener künstlerischer Leitung stehenden Zyklus "Salzburg Passagen" in den Jahren 2003 und 2005 und für das im Vorjahr aufgeführte Auftragswerk "L'Upupa" von Hans-Werner Henzeebenso - als auch für das so genannte "Alte", die Pflege von Mozart und Richard Strauss, wie dies nicht zuletzt die diesjährigen Produktionen von "Cosi fan tutte" und dem "Rosenkavalier" eindrucksvoll belegten.

Von der Landeshauptfrau erwarte man sich die beste Lösung für die Zukunft der Salzburger Festspiele. "Das muss das Ziel der Kuratoren von Bund, Stadt, Land und Fremdenverkehrsfonds sein, nicht das von vielen Medienvertretern forcierte Namedropping. Ich ersuche Sie um Respekt vor den Leistungen der jetzigen Intendanz und um Geduld bei der Entwicklung des künftigen Profils. Aufregend und von höchster Qualität müssen die Festspiele sein, einzigartig, auf der Basis einer ästhetischen Grundposition", sagte Burgstaller.

Die Salzburger Festspiele stünden nicht nur vor großen künstlerischen, sondern auch vor außergewöhnlichen organisatorisch-technischen Herausforderungen. Das "Haus für Mozart" sei schon weit fortgeschritten, meinte die Landeshauptfrau. Im Mai 2006 werde das neue Haus mit bis zu 1.650 Sitzplätzen eröffnet. Eine Kofinanzierung durch Bund, Stadt und Land Salzburg, wie auch ein bedeutender Anteil an privaten Mitteln (vor allem Donald Kahn als großzügiger Mäzen) habe dieses Präsent zum 250. Geburtstag Mozarts erst möglich gemacht. Der ebenfalls bereits in Gang befindliche Umbau werde die Große Universitätsaula als Spielstätte wesentlich aufwerten. Schließlich werde auch der Max Reinhardt-Platz selbst eine Neugestaltung erfahren.

"Die Festspiele sind ein großartiges Geschenk an die Welt. Unsere Aufgabe ist es, sich dieses Geschenkes und der Verantwortung, die uns daraus erwächst, würdig zu erweisen. Kunst und Politik, Politik und Kunst haben die Pflicht, mit den ihnen eigenen Mitteln, die Menschen zu führen. Sie die neue, die gute Welt entdecken zu lassen, die in ihnen verborgen ist", schloss die Salzburger Landeshauptfrau. (APA)

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