Passagiere von Flug 93 waren nicht im Cockpit

24. Juli 2004, 20:20
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Erzwangen aber dennoch den vorzeitigen Absturz

Washington - Die heldenhaften Passagiere des am 11. September in Pennsylvania abgestürzten Flugzeugs haben es offenbar nie bis zu den Entführern ins Cockpit geschafft. Dennoch habe die heftige Gegenwehr der Passagiere die Terroristen dazu bewogen, das Flugzeug vor ihrem eigentlichen Ziel - möglicherweise das Weiße Haus oder das Kapitol in Washington - in einem Feld abstürzen zu lassen, heißt es in dem 9/11-Untersuchungsbericht. Darin werden erstmals Zitate aus den Tonbandaufnahmen aus dem Cockpit der Unglücksmaschine veröffentlicht.

Bisher hatten nur die Hinterbliebenen der 40 Opfer des berühmt gewordenen "Flug 93" die Aufzeichnung gehört. Einige Familienangehörige erklärten danach, den Passagieren sei es offenbar gelungen, ins Cockpit vorzudringen.

"Ins Cockpit!"

Laut dem Kommissionsbericht versuchte der Terrorpilot zunächst, die rebellierenden Passagiere durch heftige horizontale und vertikalen Flugbewegungen in Schach zu halten - vergeblich. Dann ist auf dem Band zu hören, wie ein Passagier ruft: "Ins Cockpit! Wenn wir das nicht machen, sterben wir!" 16 Sekunden später sage eine weitere Stimme "Roll it!" (Packen wir's!). Direkt darauf fragt Flugzeugentführer Siad Jarrah dem Bericht zufolge: "War's das? Ich meine, sollen wir es runterbringen?", worauf ein Komplize zustimmt. 90 Sekunden später stürzte die Maschine ab. (AP, red, DER STANDARD, Printausgabe 24./25.7.2004)

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