Strafantrag wegen Kinderporno-Affäre in St. Pölten eingebracht

23. Juli 2004, 19:15
posten

Prozess gegen Priesterseminaristen in sechs bis acht Wochen möglich - Priesteranwärter drohen bis zu zwei Jahren Haft

Wien - In Zusammenhang mit dem Kinderporno-Skandal am Priesterseminar St. Pölten hat der zuständige Staatsanwalt heute seinen Strafantrag eingebracht.

Dem 27-Jährigen Seminaristen, auf dessen Festplatte eine "Vielzahl von kinderpornografischen Darstellungen mit Unmündigen" gefunden worden waren, drohen bis zu zwei Jahre Haft, sagte der zuständige Staatsanwalt Walter Nemec.

Wann der Prozess am Landesgericht St. Pölten stattfinden wird, ist noch offen. Die übliche Frist beträgt laut Nemec sechs bis acht Wochen.

Seminaristen drohen zwei Jahre Haft

Der Strafrahmen für den Besitz von pornografischen Darstellungen mit Kindern und Unmündigen war erst im Mai von sechs Monaten auf zwei Jahre erhöht worden. Auf der Festplatte des Seminaristen gespeichert wurden die Bilder laut Nemec bereits vor der Erhöhung des Strafrahmens, entscheidend ist seiner Ansicht nach aber, dass sie erst im Juni gelöscht worden seien.

Küng will Visitation in sechs Wochen abgeschlossen haben

Die Visitation der Diözese St. Pölten im Zusammenhang mit dem Skandal um das dortige Priesterseminar dürfte noch im Sommer abgeschlossen werden. Der Sprecher von Kardinal Christoph Schönborn nannte am Freitag gegenüber der APA sechs Wochen als Zeitrahmen für die Untersuchung des Vorarlberger Bischofs Klaus Küng.(APA)

Share if you care.