US-Offensive in Falluja

24. Juli 2004, 20:08
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Militäraktion gegen Anhänger Al Zarqawis - Al Sadr: "Zum Teufel" mit Allawi und den Besatzern

Bagdad/Falluja/Kufa/Mossul - Die US-Streitkräfte im Irak haben Freitag früh einen gezielten Angriff auf mutmaßliche Anhänger des jordanischen Extremisten Abu Musab al Zarqawi gestartet, dem engste Beziehungen zur El Kaida Osama bin Ladens nachgesagt werden. Die Offensive in Falluja westlich von Bagdad war die siebente derartige Militäraktion innerhalb weniger Wochen. Nach Angaben eines irakischen Arztes wurden fünf Zivilisten verletzt, darunter mehrere Kinder.

Garten getroffen

Das US-Militär teilte mit, das Ziel sei auf der Grundlage von Geheimdienst-Informationen angegriffen worden. Der Angriff, der mit der irakischen Übergangsregierung abgestimmt worden sei, richtete sich nach US-Angaben gegen zehn bis zwölf mutmaßliche Terroristen, die sich im Innenhof eines Hauses aufgehalten hätten. Das Gebäude sei nicht zerstört worden. Augenzeugen berichteten hingegen, dass die von einem US-Flugzeug abgefeuerte Rakete den Garten des Wohnhauses einer Familie getroffen habe. Das Haus und einige Nachbarbauten seien beschädigt worden.

Die Stadt Falluja gilt als Hochburg des radikal-islamischen Widerstands im Irak. Bei gezielten Angriffen der US-Luftwaffe gegen vermutete Verstecke Al Zarqawis kamen im Juni mindestens 40 Menschen ums Leben, auch unbeteiligte Zivilisten. Die USA machen den Extremisten für zahlreiche Anschläge, Entführungen und die Ermordung von Geiseln im Irak verantwortlich.

Al-Sadr kritisierte Allawi

Nach zwei Monaten ist der von den USA gesuchte radikale Schiitenprediger Muktada al Sadr erstmals wieder öffentlich aufgetreten. In einer Predigt in der irakischen Stadt Kufa übte er am Freitag Kritik an Regierungschef Iyad Allawi. "Zum Teufel mit ihm und den Besatzern", sagte Al Sadr vor seinen Anhängern in einer Moschee.

Al Sadr befehligte Anfang April einen Aufstand gegen die US-geführten Truppen im Irak. Gegen den Prediger liegt ein Haftbefehl vor. US-Militärs machen Al Sadr unter anderem für die Ermordung eines geistlichen Rivalen im Frühjahr des vergangenen Jahres verantwortlich.

Früherer irakischer General in Mossul erschossen

Ein Ex-General der irakischen Armee, der für die US-Verwaltung tätig war, ist am Freitag erschossen worden. Wie Polizeihauptmann Ahmed Subhi in Mossul mitteilte, wurde mit Generalmajor Salim Majid Blesh noch ein weiterer Mann bei dem Angriff im Süden der Stadt getötet. Blesh war gerade auf dem Weg zum Freitagsgebet. Er war zuletzt Leiter des von der US-Verwaltung aufgebauten Arbeitsamtes in Mossul.

Bombenanschlag nördlich von Bagdad

Bei der Explosion einer Bombe nahe der Stadt Samarra nördlich von Bagdad wurden zwei US-Soldaten getötet, wie die Streitkräfte am Freitag mitteilten. Ein dritter Soldat erlitt bei dem Anschlag am Donnerstagabend Verletzungen. Im Norden der irakischen Hauptstadt wurden am Freitag bei einer Bombenexplosion ein Busfahrer und acht Passagiere verwundet. Unter den Verletzten befinden sich nach Polizeiangaben zwei Kinder.

Bei einem Zusammenstoß zwischen einem Kleinbus und einem US-Panzer nördlich von Bagdad sind am späten Donnerstagabend neun Iraker getötet und zehn weitere Insassen des Busses verletzt worden. Das teilte ein US-Militärsprecher am Freitag mit. Zu dem Unfall kam es laut den Angaben, als der Kleinbus einen anderen Wagen überholte und mit dem Panzer frontal zusammenstieß. (APA/AP/Reuters/dpa/AFP)

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