Erholte Seehundbestände in der Nordsee

29. Juli 2004, 19:07
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Die Zahl der Tiere steigt deutlich an - ihr Zustand wird als auffällig gut bezeichnet

Kiel - Der Seehundbestand im Nationalpark Wattenmeer in der südlichen Nordsee erholt sich. Dies hat am Freitag das schleswig-holsteinische Ministerium für Umwelt und Naturschutz bekannt gegeben. 2003 wurden 5.038 Tiere gezählt. Jetzt sind es 6.044 Seehunde. Im laufenden Sommer haben die Zähler den Angaben zufolge 1.781 Jungtiere im Wattenmeer ausgemacht. Vor einem Jahr lag die Zahl mit 1.407 noch deutlich darunter.

Vor zwei Jahren war der Bestand auf Grund einer Seehundstaupe-Epidemie stark beeinträchtigt worden. Da bei den Zählflügen über dem Meer stets etwa nur 70 Prozent aller Tiere ermittelt werden, schätzen die Experten den aktuellen Bestand an Seehunden auf 8.000 Tiere im schleswig-holsteinischen Wattenmeer. Der Zustand der Tiere wird als auffällig gut bezeichnet.

Epidemie-Geschichte

1988 hatte es eine erste Epidemie unter den Tieren in der Nord- und Ostsee gegeben. Damals waren rund 60 Prozent der Tiere im Wattenmeer gestorben. Sieben Jahre später hatte der Bestand das vorherigen Niveau wieder erreicht. Bei der zweiten Epidemie im Jahr 2002 starben knapp 40 Prozent der Seehunde an dem Staupevirus PDV. Das waren damals rund 3.600 Tiere. Damals wurde der Bestand auf 10.000 Tiere geschätzt.

Die Zahl der Seehunden wird jedes Jahr vom Flugzeug aus erfasst, die Liegeplätze fotografiert und die Bilder später ausgewertet. Zahlen aus Niedersachsen, den Niederlanden und Dänemark liegen dem Umweltministerium in Kiel noch nicht vor. (APA/AP)

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    Im Nationalpark Wattenmeer erholt sich der Seehundbestand.

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