Moskau: Sorge um Rubens-Gemälde

30. Juli 2004, 12:12
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"Tarquinius und Lucretia" wird von Deutschland beansprucht - Restaurierung unterbrochen

Moskau - Der Zustand des von Deutschland beanspruchten Rubens-Gemäldes "Tarquinius und Lucretia" ist nach Ansicht seines früheren russischen Besitzers Besorgnis erregend. "Die Restaurierung des Gemäldes hätte nicht um mehr als ein Jahr unterbrochen werden dürfen", sagte der Kunstsammler Wladimir Logwinenko am Freitag in Moskau.

Das in den Wirren des Zweiten Weltkrieges nach Russland gelangte Meisterwerk war im Jahr 2003 auf Antrag aus Deutschland von der russischen Justiz beschlagnahmt worden. In Deutschland läuft ein Strafverfahren wegen Hehlerei gegen Logwinenko, weil der Russe das Gemälde zum Verkauf angeboten hatte.

Irrwege eines Kunstwerks

Gegenwärtig wird das Bild, das zu den Hauptwerken von Peter Paul Rubens (1577-1640) zählt, im Depositarium des Puschkin-Museums für bildende Künste in Moskau aufbewahrt. In Deutschland erhebt die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg Anspruch auf Rückgabe.

Nach Ansicht deutscher Juristen fällt das Rubens-Gemälde nicht unter das russische Beutekunst-Gesetz und ist deshalb unentgeltlich an Deutschland zurückzugeben. Der Geschäftsmann Logwinenko beteuert, das auf etwa 80 Millionen Euro geschätzte Gemälde gutgläubig und damit legitim auf einem Moskauer Kunstmarkt für einen Bruchteil des Werts erstanden zu haben. Auf eigene Kosten habe er mit der Restaurierung des stark beschädigten Rubens-Gemäldes begonnen.(APA/dpa)

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