Finale: Ein Fall für zwei Weltmeister

26. Juli 2004, 01:34
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Siebente Trophäe für Brasilien oder Argen­tinien mit 15. Streich zum Rekordgewinner - Argentiniens Teamchef Bielsa optimistisch

Lima - Das älteste internationale Fußball-Turnier ist heuer ein finaler Fall für zwei Weltmeister. Der fünffache, amtierende Champion Brasilien trifft am Sonntag im Nationalstadion in Lima (ab Uhr 22 Uhr MESZ/live Premiere) auf "Doppel"-Titelträger Argentinien. Erstmals in der 88-jährigen Geschichte der Südamerika-Meisterschaft prallen die beiden Giganten des Kontinents in einem "echten" Endspiel aufeinander. Bisher kam es immer nur in Finalrunden mit mehr Ländern zur Konfrontation.

Immerhin haben die "Gauchos" dabei schon acht Mal (zuletzt 1991) den großen Rivalen auf den zweiten End-Platz verwiesen. Gewinnen die Argentinier auch diesmal, dann avancieren sie mit dem 15. Titel zum alleinigen Rekordhalter (derzeit ex aequo mit Uruguay) des Turniers. Haben die Brasilianer das bessere Ende für sich, würde ihnen das den siebenten Titel, den ersten seit 1999, bescheren.

Bielsa angriffslustig

Für Brisanz um die Nachfolge Kolumbiens ist vor den Augen von FIFA-Präsident Joseph Blatter jedenfalls gesorgt, geht es doch wie stets ums Prestige. Die Hellblauen wollen das WM-Gruppen-Aus vor zwei Jahren vergessen machen. Marcelo Bielsa kündigt dem Gegner daher kampfeslustig einen ganz heißen Tanz an. "Was die Brasilianer machen ist mir egal, wir werden stürmen und wollen sie in ihrer Hälfte einschnüren", tönt der argentinische Teamchef voll Selbstbewusstsein.

Dieses basiert auf der starken Abwehr, die in den bisherigen fünf Spiele nur vier Tore zugelassen hat. "Wenn wir hinten gut stehen, haben wir es vorne leichter". 14 erzielte Treffer dokumentieren das. Freilich weiß er auch, dass der kommende Gegner ein ganz anderes Kaliber ist. Die Absenzen von Stars wie Ronaldo, der im jüngsten Duell (WM-Quali) alle drei Tore zum 3:1 erzielte hat, Ronaldinho oder Roberto Carlos spielen da keine große Rolle.

Parreira schon jetzt zufrieden

Der brasilianische Teamchef Carlos Alberto Parreira weist daher auch den Vorwurf zurück, Brasilien wäre nur mit einer B-Garnitur in Peru. "Wir haben die Größe des brasilianischen Fußballs gezeigt", sagt der Scolari-Nachfolger mit Stolz. Er habe das Turnier in erster Linie dazu nützen wollen, Spieler zu beobachten. "Egal wie das Finale endet, ich bin mit dem Turnier schon jetzt zufrieden, unser Team hat für die Zukunft viele Möglichkeiten. Es wird ein großes Spiel zweier Teams, die verdient im Finale stehen."

Bereits in der Nacht auf Sonntag (ab 2.45 Uhr MESZ/ebenfalls live in Premiere) bestreiten der bereits entthronte Titelverteidiger Kolumbien und Uruguay im 3.400 m hoch gelegenen und rund 1.000 km von der Hauptstadt Lima entfernten Ort Cusco das Spiel um den dritten Platz. (APA/Reuters)

  • Die Selecao beim Training.

    Die Selecao beim Training.

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