Erste Bank: "Chance" und "Herausforderung"

8. September 2004, 13:11
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Kaufpreis "aus heutiger Sicht fair" - Petrom-Ölreserven attraktiv - Fragen zu Mitarbeiterabbau und Staatseinfluss noch offen

Wien - "Für die OMV ist das sicher ein Meilenstein und eine riesige Chance", sagt Erste Bank-Analystin Angelika Zwerenz zu dem Einstieg der OMV bei der rumänischen Petrom. Der Kaufpreis für 51 Prozent am größten Ölkonzern Rumäniens von 1,4 bis 1,5 Mrd. Euro liegt im Rahmen ihrer Erwartungen und "ist aus heutiger Sicht fair". Allerdings verweist Zwerenz auf noch ungeklärte Fragen wie den nötigen Mitarbeiterabbau - neun von zehn Mitarbeitern im OMV-Konzern sind künftig Rumänen - oder den verbleibenden Einfluss der rumänischen Regierung: "Da kommt eine Riesenherausforderung auf die OMV zu."

Passende Akquisition

Die Akquisition passe sowohl strategisch als auch geographisch gut zur OMV, meint die Erste-Analystin. Für besonders attraktiv hält sie die Petrom-Ölreserven, selbst wenn die meisten Ölfelder bereits sehr reif seien, was die mengenmäßige Ausbeutung pro Jahr künftig tendenziell verringere und teurer mache. Rumänien wird Österreich damit als wichtigstes OMV-Förderland ablösen, so Zwerenz.

Die Erste Bank stuft die OMV-Aktie mit "Hold" ein, das Kursziel wird zur Zeit überarbeitet. Sobald mehr Details über die Rahmenbedingungen des Petrom-Deals bekannt werden, sei eine Änderung der Empfehlung möglich.

MOL hat derzeit keine Priorität

Wenig Bedeutung misst Zwerenz der in der Vorwoche getätigten Aussage von MOL-Chef Zsolt Hernadi bei, mittelfristig für ein Zusammengehen mit der OMV und der polnischen PKN Orlen offen zu sein. "Ich denke, dass die OMV mittelfristig genug mit Petrom zu tun haben wird", winkt die Erste-Analystin ab. Ein Zusammengehen mit dem ungarischen Ölkonzern MOl sei zwar wünschenswert, in absehbarer Zeit aber nicht realistisch. (APA)

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