Anita Ammersfeld übernimmt umbenannte "Kleine Komödie"

26. Juli 2004, 19:56
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Schauspielerin leitet das "Stadttheater Walfischgasse"

Wien - Die im Vorjahr in Konkurs gegangene "Kleine Komödie" in der Wiener Innenstadt bleibt als Spielort erhalten. Die Schauspielerin und Sängerin Anita Ammersfeld übernimmt und saniert die Bühne und will ihr ein neues Profil verpassen. "Wir wollen niveauvolle Unterhaltung und junges Theater für alle Publikumsschichten bieten", kündigte Ammersfeld an. Unter dem Namen "Stadttheater Walfischgasse" soll das Haus im Frühjahr 2005 wieder eröffnet werden.

Derzeit wird das Theater umgestaltet. Die Proberäume werden adaptiert, die Bühne wird gesenkt, und im Foyer wird eine Bar namens "Zehn nach Zehn" Einzug halten. "Die Bar wird täglich geöffnet sein und soll ein Künstlertreffpunkt werden", so Ammersfeld. "Außerdem werden dort Late Night Performances stattfinden. Junge aufstrebende Künstler sollen mit kleinen Soloprogrammen hier auftreten können. Bar und Theater sollen einander gegenseitig befruchten."

Der Spielplan

Die Bühne wird keinen täglichen Spielplan bieten. Geplant sind eine bis zwei Eigenproduktionen im Jahr, "vor allem Uraufführungen und Auftragswerke", so Ammersfeld, die derzeit bei den Nestroy-Spielen auf Burg Liechtenstein zu sehen ist. Großteils will die Prinzipalin das Haus aber an arrivierte Künstler vermieten. Sie selbst ist in der Kleinen Komödie bisher nicht aufgetreten und will sich auch, zumindest in den ersten Jahren, auf die Leitung konzentrieren und nicht selbst in ihrem Haus spielen oder inszenieren.

Nach fast einjährigen Verhandlungen mit den Besitzern, der steirischen Ärztekammer, hat Ammersfeld das zuvor von Helmut Siderits als Boulevard-Bühne geführte Theater im Juni übernommen und sich damit einen "alten Traum" erfüllt. "Es ist ein sehr ansprechendes Haus. Es fasst 275 Personen, und frei bespielbare Theater in dieser Größe und dieser Lage gibt es in Wien fast nicht mehr."

Umgestaltung mit privaten Mitteln

Erfahrungen im Veranstaltungsbereich hat Ammersfeld mit ihrem 1998 gegründeten "Musikforum Ammersfeld" gesammelt, in dessen Rahmen sie zahlreiche Eigenproduktionen, großteils Uraufführungen, an verschiedenen Spielstätten herausgebracht und Konzerte veranstaltet hat. Subventionsansuchen sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht geplant. Die Umgestaltung finanziert Ammersfeld mit ihrem Privatvermögen. Wie hoch der Finanzierungsbedarf ist, lasse sich allerdings erst in einigen Monaten genauer sagen.

Eröffnet werden soll im März 2005 mit einer Eigenproduktion, an der bereits geschrieben wird. Näheres will Ammersfeld nicht verraten. Nur so viel: "Es wird eine hoch interessante Produktion - auch politisch".(APA)

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