ÖAAB kritisiert Regierung: "Manche verlieren Boden unter den Füßen"

24. Juli 2004, 11:02
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Amon findet Grassers jüngste Aussagen zynisch: "Wir machen die Harmonisierung ja nicht, um Tumpel oder Verzetnitsch etwas Gutes zu tun"

Wien - Kritik an den Aussagen von Finanzminister Karl-Heinz Grasser und VP-Sozialsprecher Walter Tancsits zur Pensionsreform kommt vom ÖAAB: "Ich habe den Eindruck, dass manche ein bisschen den Boden unter den Füßen verlieren, wenn sie darüber reden, welche Abschläge gerechtfertigt sind", so ÖAAB-Generalsekretär Werner Amon am Freitag.

Grasser und Tancsits jüngste Aussagen

Grasser hatte zuletzt die fünfprozentige Verlustdeckelung bei der Harmonisierung als zu niedrig kritisiert, Tancsits hatte die vom ÖAAB bekämpften dreiprozentigen Abschläge bei der Schwerarbeiterregelung als "plausibel" bezeichnet. Für Grasser ist die mit den Sozialpartnern ausverhandelte Reduzierung der Verlustdeckelung von zehn auf fünf Prozent hinfällig, weil die Arbeitnehmervertreter von ÖGB und AK der Harmonisierung nicht zustimmen.

Amon kritisiert "Zynismus"

Für Amon ist das "zynisch": "Wir machen die Harmonisierung ja nicht, um den Herren Tumpel oder Verzetnitsch etwas Gutes zu tun." Der ÖAAB pocht weiterhin auf die Streichung der Frühpensions-Abschläge für Schwerarbeiter sowie auf die Möglichkeit, nach 45 Beitragsjahren unabhängig vom Alter ohne Abschläge in Pension zu gehen.

Dass sein Amtsvorgänger Tancsits die dreiprozentigen Schwerarbeiter-Abschläge verteidigt, ist für Amon "eine Frage der sozialen Sensibilität, die da offenbar nicht ausreichend gegeben ist. Die Position des ÖAAB ist eine andere." (APA)

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