US-Demokraten laden "Blogger" erstmals zu Parteitag ein

30. Juli 2004, 14:41
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Internet-Autoren werden wie Reporter behandelt

Zum Parteitag der US-Demokraten sind erstmals so genannte Blogger für die Berichterstattung zugelassen, also Autoren, die ihre Beiträge über eine eigene Website verbreiten. Die Blogger sollen bei der Veranstaltung in Boston genauso behandelt werden wie andere Reporter, wie ein Parteisprecher in der "Washington Post" ankündigte. Es sei sogar geplant, ein eigenes Frühstück für die Internet-Autoren zu organisieren. Auch die Republikaner wollen zu ihrem Parteitag Ende August in New York erstmals Blogger einladen.

Mehrere Millionen Blogger weltweit

Der Begriff für diese Gattung von Internet-Autoren geht auf die Bezeichnung "Weblog" zurück, die dann zu "Blog" verkürzt wurde. Erfunden wurde das Weblog 1997 von dem Internetpionier John Borgar, der im Web seine Erfahrungen mit anderen Nutzern teilen wollte. Die Weblogs werden häufig in der Form eines Tagebuchs geführt. Sie können von den Nutzern nicht nur gelesen, sondern auch kommentiert werden. Die Zahl der Blogger beläuft sich mittlerweile auf weltweit mehrere Millionen. Die Themen reichen von rein privaten Erlebnissen über philosophische Gedankengänge bis zur politischen Berichterstattung.

Große Bedeutung des Internets für den US-Wahlkampf

Das Internet hat in diesem Jahr für den US-Wahlkampf enorme Bedeutung gewonnen. Den Trend setzte der in den Vorwahlen der Demokraten gescheiterte Ex-Gouverneur Howard Dean, der über sein Weblog Unterstützer im ganzen Land gewinnen und Millionensummen an Spenden eintreiben konnte. Die Demokraten sehen nach eigenen Angaben in den Weblogs vor allem eine Chance, Jungwähler zu erreichen. (APA/AFP)

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