Chronologie des Streits

27. September 2004, 15:25
posten

Einigung nach fünf Wochen Verhandlungen auf Einsparungen von 500 Mio. Euro erzielt

Hamburg - Fünf Wochen lang stritten Vorstand und Arbeitnehmer von DaimlerChrysler über die Lohnkosten in Baden-Württemberg. In der Nacht zum Freitag wurde die Einigung auf Einsparungen von 500 Mio. Euro erzielt. Die wichtigsten Ereignisse in einer Chronologie:

  • 18. Juni: Mercedes-Chef Jürgen Hubbert erklärt, zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit seien einige tarifliche Abmachungen "in Frage zu stellen". Vor allem im Stammwerk Sindelfingen seien stündliche Pausen und hohe Schichtzulagen zu streichen.

  • 24. Juni: Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Erich Klemm warnt, 10.000 Jobs stünden auf dem Spiel. "Wir lassen uns nicht erpressen".

  • 25. Juni: In Gesprächen mit dem Vorstand deutet der Betriebsrat den Verzicht auf bis zu 180 Mio. Euro aus einem tarifvertraglichen Strukturtopf an. Auch ein weiteres Treffen am 2. Juni bleibt ohne Ergebnis.

  • 9. Juli: Im Stammwerk und in Untertürkheim nehmen etwa 10.000 Beschäftigte an Aktionen während der Arbeitszeit teil. Am nächsten Tag verweigern 12.000 die Arbeit in Sindelfingen, nachdem der Betriebsrat Überstunden abgelehnt hatte. 1.000 Autos können nicht produziert werden.

  • 12. Juli: Hubbert droht, die neue Mercedes-C-Klasse nicht in Sindelfingen, sondern in Bremen oder Südafrika zu produzieren. Die "baden-württembergische Krankheit" - jede Stunde fünf Minuten Pause und Spätdienstzuschläge bereits ab mittags - müsse beseitigt werden.

  • 15. Juli: Mit Protestaktionen legen Mitarbeiter an zehn deutschen Standorten die Produktion vorübergehend lahm. Der Betriebsrat spricht von 60.000 Beteiligten, das Unternehmen von 25.000.

  • 17. Juli: In Sindelfingen fällt die komplette Frühschicht mit 12.000 Beschäftigten aus.

  • 18. Juli: Konzernchef Jürgen Schrempp und seine Vorstandskollegen bieten einen Gehaltsverzicht von bis zu zehn Prozent an, wie Medien berichten.

  • 20. Juli: Eine Annäherung deutet sich an. Weitgehendes Einvernehmen gibt es bei der Einführung der 40-Stunden-Woche in den Bereichen Forschung und Entwicklung und bei einem Ergänzungstarifvertrag für interne Dienstleiser wie das Kantinenpersonal. Der Betriebsrat verlangt einen Gehaltsverzicht des gesamten Führungspersonals.

  • 23. Juli: In den frühen Morgenstunden wird eine Einigung erzielt. (APA/dpa)
    Share if you care.