Bischöfe fordern keinen Rücktritt von Krenn

25. Juli 2004, 20:15
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St. Pöltner Bischof war bei Krisengipfel in Mariazell und setzt nun Sommerfrische fort - Schönborn zurück in den Urlaub nach Frankreich

St. Pölten - Beim gestrigen Krisengipfel der österreichischen Bischöfe in Mariazell sei der St. Pöltner Oberhirte Kurt Krenn von seinen Mitbrüdern nicht zum Rücktritt aufgefordert worden. Die Bischöfe hätten bloß über die aktuelle Situation geredet, das Treffen sei unspektakulär verlaufen.

In St. Pölten hieß es, dass Bischof Krenn nach der Aussprache im steirischen Marienwallfahrtsort wieder in seine oberösterreichische Heimatgemeinde Oberkappel gefahren sei. In diesem Mühlviertler Ort verbringe der Bischof - wie jedes Jahr - ein paar Urlaubstage. Wann er wieder nach St. Pölten zurückkehren wird, sei noch offen, hieß es.

An dem Treffen in Mariazell, das geheim gehalten werden sollte, haben am Donnerstag alle Diözesanbischöfe teilgenommen. Auch der Feldkircher Bischof Klaus Küng, der am Dienstag vom Papst zum Apostolischen Visitator von St. Pölten ernannt worden war, unterbrach für einen Tag seine Arbeit in der Diözese von Bischof Krenn und nahm an dem Bischofstreffen teil.

Krenn muss still sein

Die Bischofskonferenz hat sich indessen bei einer Krisensitzung am Donnerstag in Mariazell mit dem Skandal um das St. Pöltner Priesterseminar und mit der Situation in der Diözese auseinander gesetzt. Festgelegt wurde unter anderem, dass künftig nur noch Küng selbst zur Visitation Stellung nehmen soll. Besonders Krenn ist zur Zurückhaltung aufgerufen, muss er doch für die Dauer der Untersuchung alle wichtigen Entscheidungen, aber auch alle öffentlichen Stellungnahmen mit Küng absprechen.

Kardinal Schönborn will seinen wegen der Krise in St. Pölten unterbrochenen Frankreich-Urlaub nun wieder aufnehmen.

Priesterausbildung besprochen

Besprochen wurde in Mariazell laut Schönborn-Sprecher Erich Leitenberger auch die Situation der Priesterausbildung in St. Pölten. Niederösterreich hatte sich ja aus dem 1999 beschlossenen, gemeinsamen Vorbereitungsjahr der österreichischen Priesterseminare ausgeklinkt. Im März hatte Krenn stattdessen die Einführung eines eigenen Propädeutikums angekündigt. Nun soll auch St. Pölten am österreichweiten Modell teilnehmen. Leitenberger: "Wenn es St. Pöltner Kandidaten gibt, werden sie sicher den Vorbereitungslehrgang machen müssen."(APA)

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    Bischof Krenn kämpft mit Erfolg um seine Position.

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