Hochspannung vor Demokraten-Parteitag in Boston

26. Juli 2004, 11:08
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Scharfe Sicherheitsvorkehrungen und Terrorangst - Demonstranten fürchten "Katastrophe im Käfig"

Washington - Zwei Tage vor Beginn des Nominierungs- Parteitags der US-Demokraten am Montag in Boston herrscht in der Stadt Hochspannung. Während rund 5.000 Delegierte sowie tausende Medienvertreter ab Sonntag die Stadt bevölkern werden, fliehen viele Bewohner aus der Stadt. Grund sind die Terrorangst und die starken Sicherheitsvorkehrungen.

Jederzeit Polizeikontrollen

So wird die U-Bahn-Station beim Fleet Center, wo der Parteitag von Montag bis Donnerstag über die Bühne geht, gesperrt. In öffentlichen Verkehrsmitteln können jederzeit Polizeikontrollen durchgeführt werden, eine Maßnahme die auf heftigen Protest von Bürgerrechtsvereinigungen gestoßen ist. Im T-Wagen, dem öffentlichen Verkehrsmittel in Boston, haben die Screenings von Handgepäck bereits begonnen. Hunderte Fahrgäste mussten ihre Taschen auf Sprengstoff und Waffen durchsuchen lassen.

Warnung vor Anschlag auf Einrichtungen von Medienvertretern

Auf den Straßen wurden Papierkörbe abmontiert, da dort möglicherweise Bomben versteckt werden könnten. Weiters wurden mindestens 75 Videokameras auf öffentlichen Plätzen zur Überwachung angebracht. Jüngste Aufregung verursachte eine unbestätigte Warnung, Terroristen könnten einen Anschlag auf die Einrichtungen von Medienvertretern verüben, um höchste Aufmerksamkeit zu erzielen. Innerhalb des Fleet Centers sind nicht nur Waffen, Sprengstoffe und Messer jeder Größe, sondern auch Regenschirme verboten.

Demonstrationen während der Convention sollen in einem eigenen abgesperrten Gebiet stattfinden, das von den Protestierenden schlicht "Käfig" genannt wird. Das abgezäunte Areal sei mit Stacheldrähten und einem Stahlnetz ausgestattet und ein "Rezept für eine Katastrophe", wenn berittene Polizei eingesetzt werde, fürchten sie. Die Gruppe "United for Peace and Justice" fordert den demokratischen Präsidentschaftskandidaten John F. Kerry auf, gegen diese "repressive Politik" aufzutreten und Proteste unter sicheren Bedingungen zu ermöglichen. (APA)

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    Die Nervosität vor dem Demokraten-Parteitag in Boston steigt.

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