Annan und Powell erhöhen Druck auf den Sudan

23. Juli 2004, 17:19
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Kritik an Einmischung zurückgewiesen - Washington legt Weltsicherheitsrat neuen Resolutionsentwurf vor

New York - UNO und USA haben gemeinsam ihren Druck auf den Sudan verstärkt. US-Außenminister Colin Powell und UNO-Generalsekretär Kofi Annan drängten am Donnerstagabend die Regierung in Khartum, schnellstens die arabischen Milizen in der Kriegsregion Darfur zu entwaffnen, die dort die nichtarabische Bevölkerung terrorisieren. Sanktionen gegen die sudanesische Regierung seien durchaus gerechtfertigt, wenn sie nicht umgehend reagiere, betonte Powell.

Die Kritik des Sudans an den USA und Großbritannien, sich unverhältnismäßig einzumischen, wiesen Annan und Powell zurück. "Was für den einen ein Einmischen ist, ist für den anderen der Versuch, Menschen zu retten, die in einer verzweifelten Lage sind", betonte der US-Außenminister. Es liege in der Verantwortung aller Länder, im Sudan in direkten Worten den Umstand anzusprechen, dass zehntausende Menschen getötet worden seien und ohne schnelles Eingreifen weitere Zehntausende sterben müssten.

Annan erklärte, er habe der sudanesischen Regierung versichert, dass sich niemand einmischen werde, wenn sie ihre Bevölkerung schütze und die Lage unter Kontrolle bringe. "Also liegt die Lösung in Wirklichkeit in ihren Händen", sagte der UNO-Generalsekretär.

Unmittelbar zuvor legten die USA einen überarbeiteten Entwurf für eine UNO-Resolution zu Darfur vor. Erstmals werden darin der sudanesischen Regierung direkt Sanktionen angedroht. Khartum wird ein Zeitrahmen für Fortschritte bei der Festnahme der Janjaweed-Milizen vorgegeben. Alle 30 Tage solle die Entwicklung neu bewertet werden. Viele Mitglieder im UNO-Sicherheitsrat nannten den Entwurf eine gute Grundlage für Diskussionen.

Der Gewalt in Darfur im Westen des Sudans sind seit Anfang vergangenen Jahres Schätzungen zufolge rund 30.000 Menschen zum Opfer gefallen. Mehr als eine Million Menschen sind auf der Flucht. Menschenrechtler werfen der Regierung die Unterstützung der Milizen vor, Khartum hat die Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen. (APA/AP)

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    US-Außenminister Colin Powell und UNO-Generalsekretär Kofi Annan fordern die Regierung in Khartum auf, schnellstens die arabischen Milizen in der Kriegsregion Darfur zu entwaffnen.

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