Wien: Becken im Erlebnisbad Margareten bleiben leer

27. Juli 2004, 10:16
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Suche nach Investoren war vergeblich - Jetzt gibt es innerhalb des Gürtels nur noch das Dianabad

Wien - Jetzt gibt es innerhalb des Gürtels nur noch das Dianabad, beklagten am Donnerstag die Bezirksvorsteherin von Wieden, Susanne Reichard, und Marie-Luise Mojzis, Bezirksrätin aus Margareten (beide VP), die unwiderrufliche Sperre des Magaretenbades. Das Hallenbad bleibt geschlossen, da bisher kein privater Betreiber gefunden werden konnte, der das stark sanierungsbedürftige Erlebnisbad auf Vordermann brächte.

Gerüchteweise soll der Eigentümer des Bades, die Firma Ekazent, in Verhandlungen mit dem Oberlaaer Kurbad gestanden sein. In Oberlaa weiß man darauf auf Anfrage des STANDARD jedoch nichts.

Bürgerinitiative

Die VP-Bezirksvertreter von Margareten und Wieden sowie eine Bürgerinitiative zur Rettung des Margaretenbades laufen seit Februar dieses Jahres gegen die Schließung Sturm. Sie pochen auf Einhaltung des Baurechtsvertrages, der im Jahre 1987 zwischen Stadt Wien und dem Käufer des Grundstückes abgeschlossen wurde. Dieser Vertrag verpflichtet den Eigentümer, ein Erlebnisbad zu errichten und einen reibungslosen Badebetrieb bis zum Jahr 2066 aufrechtzuerhalten.

Die Margaretenbad BäderbetriebsgmbH & Co KG, eine Tochtergesellschaft der Firma Rogner, die in Folge als Pächter das Hallenbad neu errichtete und betrieb, musste jedoch im Frühjahr Konkurs anmelden. Notwendige Sanierungen an Heiz- und Lüftungsanlagen wurden nicht mehr durchgeführt, der Investitionsbedarf wird auf zwei Millionen Euro geschätzt. Aus diesen Gründen sieht die Stadt Wien, die auf Einhaltung des Vertrages beharren könnte, von einer Klage ab.

Lediglich eine Teilnutzung - etwa im Rahmen eines Fitnesscenters - sei noch vorstellbar, so Finanzstadtrat Sepp Rieder. Er schließt eine Subvention des unrentablen Privatbades aus, noch dazu, da das öffentliche Bäderangebot in Wien ausreichend sei. Die Bezirkspolitikerinnen sehen das anders - zu wenig Wasser innerhalb des Gürtels. (die, DER STANDARD Printausgabe 23.7.2004)

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