Molotows gegen Olympia

23. Juli 2004, 19:41
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Zwei Brandanschläge in Athen möglicherweise als Protest gegen ausländische Sicherheitskräfte

Drei Wochen vor der Eröffnung der Olympischen Sommerspiele führten unbekannte Täter zwei Brandanschläge gegen Olympia- Einrichtungen in Athen aus, möglicherweise als Protest gegen ausländische Sicherheitskräfte.

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Athen/Washington - Bei Anschlägen auf Olympia-Einrichtungen in Athen ist in der Nacht zum Donnerstag Sachschaden entstanden. Unbekannte schleuderten einen Molotow-Cocktail auf das Kulturministerium, das für die Vorbereitung der am 13. August beginnenden Olympischen Spiele zuständig ist, wie die Polizei in der griechischen Hauptstadt mitteilte.

Ein weiterer Cocktail sei auf das Büro der "Kultur-Olympiade" geworfen worden. Die Sachschäden seien gering ausgefallen, hieß es bei der Polizei. Beide Gebäude liegen in der Innenstadt und stehen unter Polizeischutz.

Laut Behörden stehen die Anschläge vermutlich im Zusammenhang mit den Streitigkeiten um die Sicherheitsmaßnahmen während der Spiele. Am Mittwoch hatte die New York Times berichtet, dass die griechische Regierung den USA, Großbritannien und Israel die Entsendung von bewaffneten Sicherheitskräften nach Athen erlaubt hat. Die griechische Regierung werde die Entscheidung nicht offiziell bestätigen, um ein Anwachsen antiamerikanischer Stimmung in Griechenland zu vermeiden.

Nato entscheidet

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat sich vorerst über eine mögliche Beteiligung von US-Truppen zum Schutz der Spiele bedeckt gehalten. Rumsfeld signalisierte zwar Bereitschaft, den Sicherheitsapparat in Griechenland verstärken zu wollen, unterstrich aber auch, dass dies eine Angelegenheit der Nato sei.

"Die griechische Regierung hat einen Antrag in der Nato gestellt. Die prüft dies. Wir wissen nicht, ob in Brüssel schon Entscheidungen gefallen sind", meinte Generalstabschef Richard Myers am Donnerstag.

Zäune aus Beton und Stahlnetz

Schwer bewacht ist nun das seit Donnerstag fertig gestellte Olympische Dorf. Bereits in der nächsten Woche sollen die ersten der rund 17.000 Athleten und Betreuer einziehen.

Das Dorf mit insgesamt 2100 Wohnungen liegt unterhalb des 1200 Meter hohen Parnitha-Berges im Norden Athens. Es ist rundherum durch aus Beton und Stahlnetz gebaute Zäune abgeriegelt. Polizeistreifen patrouillieren rund um die Uhr um die Anlage, sämtliche Besucher und Fahrzeuge werden 300 Meter vor der Einfahrt gründlich kontrolliert. (AFP, dpa, DER STANDARD Printausgabe 23.7.2004)

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