Menschen in Europa leiden unnötig unter Schmerzen

25. Juli 2004, 20:06
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Viele sterben unter unnötigen Qualen, weil Gesundheitssysteme nicht ausreichende Angebote anbieten

Wien - Viele Menschen in Europa sterben unter unnötigen Schmerzen und Qualen, weil die Gesundheitssysteme nicht über ausreichende Fähigkeiten und Angebote für die Pflege am Lebensabend verfügen. Zu dieser Feststellung gelangten zwei am Donnerstag vorgestellte WHO-Studien.

Obwohl die Palliativpflege durch Früherkennung und -behandlung von Schmerzen und anderen Gesundheitsbeschwerden einen dramatischen Unterschied in der Lebensqualität von Sterbenden und ihren Angehörigen bewirken kann, werde sie durch die meisten Gesundheitssysteme zu wenig unterstützt.

"Palliativpflege wird in den meisten Ländern im Großen und Ganzen vernachlässigt. Was erforderlich wäre, ist ein sozialer und politischer Impuls", sagte Agis Tsouros, Leiter des Zentrums für Gesundheit in Städten beim WHO-Regionalbüro für Europa.

Gruppen benachteiligt

Dabei würden Untersuchungen aus Europa und den USA zeigen, dass 75 Prozent der Menschen zu Hause sterben möchten, aber nur 18 bis 32 Prozent erhalten dazu die Gelegenheit. Wo Palliativpflege angeboten werde, blieben einige Gruppen - unter anderem alte Menschen, Kinder, weniger Wohlhabende und Angehörige ethnischer Minderheiten - häufig ausgeschlossen, erklärte die WHO.

Die WHO forderte daher neue Grundsatzmaßnahmen. Palliativpflege sollte zu einem Kernstück der Gesundheitsversorgung gemacht werden statt nur Zusatzangebot zu sein. (APA)

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