Microsofts Kriegskasse ist immer noch voll

29. Juli 2004, 14:17
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Die Kauflust bleibt

Nicht viele Unternehmen können 75 Mrd. Dollar aus ihrem Säckel nehmen, ohne ihre Akquisitionsträume ein für alle Mal zu begraben. Doch Unternehmen wie Microsoft, weltweit größter Softwarekonzern, gibt es ja auch nicht viele. Nach der Bekanntgabe von Dienstag, unter anderem eine Sonderdividende in Höhe von 32 Mrd. Dollar zu zahlen und eigene Aktien im Wert von 30 Mrd. Dollar zurückzukaufen, bleiben der Gates-Company noch immer 24 Mrd. Dollar an Barreserven und 15 Mrd. Anlagevermögen in der Kriegskasse. Obendrein kommen monatlich rund eine Mrd. Dollar "frische" Barmittel hinzu.

Schweigen

Der Konzern hüllt sich in Sachen Merger&Acquisitions zwar in Schweigen, doch die Richtung, in die es gehen soll, wurde spätestens im Juni mehr als deutlich, als die - geplatzten - Verhandlungen mit Europas größtem Softwarehaus, der deutschen SAP, bekannt wurden. Diese hat in der Sparte Unternehmenssoftware so ziemlich die Nase vorn. Ein Bereich, in den auch Microsoft schon seine Tentakeln mit dem Kauf der SAP-Rivalen Great Plains Software und Navision ausgestreckt hat.

Suche

Nachdem die Monopolklagen gegen Microsoft in den USA und Europa weitgehend geregelt sind, hat das Unternehmen jetzt wieder Luft, um sich auf die Suche nach "passenden" Unternehmen zu begeben. (kat, DER STANDARD Printausgabe, 23. Juli 2004)

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