Walfangverbot bleibt vorerst erhalten

22. Juli 2004, 17:45
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Mehrheit der Staaten ist für Erhalt

Wien/Sorrent - Der Status quo bei der Internationalen Walfangkommission (IWC) bleibt auch nach der Tagung im italienschen Sorrent erhalten. Mit starren Positionen von Walfanggegnern und -befürwortern ist das Treffen am Donnerstagabend zu Ende gegangen. So beurteilte Claire Doole von der Tierschutzorganisation WWF International das Geschehen.

Am Donnerstag wurde vor allem über Erhalt oder Abschaffung des seit 1986 bestehenden Moratoriums für den kommerziellen Walfang diskutiert. Die konkrete Entscheidung über die offizielle Wiedereinführung des Walfangs wurde allerdings auf die Tagung im kommenden Jahr in Korea aufgeschoben.

Mehrheit für Erhaltung

Der dänische IWC-Präsident Henrik Fischer hatte sich in der vergangenen Woche dafür ausgesprochen, das von einigen Walfang-Nationen regelmäßig umgangene Wal-Fangverbot schrittweise aufzuheben. Fischer erhofft sich, dass die Organisation durch die Aufhebung des Moratoriums wieder glaubwürdig wird. Für den dänischen Vorschlag sprachen sich einige bisher als traditionelle Gegner des kommerziellen Walfangs geltende Nationen, darunter die USA, Spanien, die Schweiz, Irland, Südkorea und die Niederlande aus.

Als positiv wertete Doole, dass sich eine Mehrheit der IWC-Staaten für die Erhaltung des Walschutzgebietes in der Antarktis bis mindestens 2019 ausgesprochen habe. Auch die am Mittwoch mit knapper Mehrheit verabschiedete Resolution zu den Wal-Tötungsmethoden, die Japan und den anderen Walfangnationen vorschreibt, demnächst genaue Daten zu Schmerz und Qual der Tiere etwa durch Sprengharpunen vorzulegen, wurde von der Organisation begrüßt.

Stagnation in der Entscheidungsfindung

Enttäuscht zeigte sich Doole allerdings über die Stagnation in der Entscheidungsfindung, die durch die festgefahrene Position zwischen Walfanggegnern und -befürwortern hervorgerufen wurde. Sie plädierte nachdrücklich für den Eintritt neuer, walfreundlicher Länder in den IWC als Gegengewicht zu den "von Japan angeheuerten walfangfreundlichen Ländern" und hob hier die neuen Mitglieder Ungarn und Belgien positiv hervor. (Apa)

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WWF

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