"La Strada": Straßentheater in Graz

25. Juli 2004, 17:11
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Zwei Dutzend Produktionen an Plätzen der Stadt und der Oper

Graz - Große Dramen und kleine Puppen, spannende Performances, lustige Kinderstücke - und in diesem Jahr auch ein Abend mit leidenschaftlichen Tangorhythmen - vereint das Grazer Straßentheaterfestival "La Strada". Vom 30. Juli bis zum 6. August sind an Grazer Plätzen und in den Straßen, ja selbst im Grazer Rathaus und dem Opernhaus 24 Produktionen von Künstlergruppen aus Österreich und weiteren 13 Nationen zu sehen. Zum Auftakt bringen die Veranstalter den Stadtparkt zum Vibrieren: Fünf Stunden werden drei Ensembles auf der Passamtswiese dem erotischsten Tanz der Welt Tribut zollen.

Das Straßentheaterfestival wird heuer eigentlich seinem Namen nicht mehr ganz gerecht: Es geht auch in die Oper. Dort sind die Produktionen "Theatro Delusio" der Berliner Gruppe Familie Flöz sowie das Stück "Moliere" des Stuffed Puppet Theatre aus den Niederlanden zu sehen. Das Ensemble "Familie Flöz" zählt "La Strada"-Leiter Werner Schrempf zu den wichtigsten Maskentheatergruppen auf dem Kontinent. Die neueste Produktion, in der drei Schauspieler 40 Rollen verkörpern, gewährt quasi einen Blick hinter die Theaterkulissen: "'Theater Delusio' handelt von dem, was hinter Bühne vor sich geht", so Schrempf.

Puppenspieler

Mit dem "Stuffed Puppet Theatre" und dem Stück "Moliere" kommt einer der großen australischen Puppenspieler - Neville Tranter - nach Graz. Im Vorjahr schlug er das Grazer Publikum mit "Schicklgruber" in den Bann, nun widmet er sich dem Autor Moliere, der sich selbst zu Tode gearbeitet hat.

Tangoabend

Den Auftakt zum Festival bildet am 30. Juli ein "Tango-Abend" auf der Grazer Passamtswiese. Die heimischen Ensembles "Tanguango" und "Mala Junta" treffen ab 19.00 Uhr auf den Balkan-Tango des serbischen "Ladaaba"-Orchesters, Profiperformer auf Hobbytänzer, dazu werden kurze schauspielerische Interventionen geboten. Der Einritt ist - wie bei weiteren 68 Vorstellungen im Rahmen des Festivals - frei.

"Amüsiermeile des Schreckens"

Im Rahmen des Festivals werden ab dem 31. Juli auch die "Painful Creatures - the unfair Ground" der schottischen Gruppe "Mischief La-Bas" zu sehen sein. Die Produktion verwandle den Grazer Augarten in eine "Amüsiermeile des Schreckens", den Besucher erwarte ein "Spaziergang über einen Rummelplatz, den sich Hieronymus Bosch ausgedacht haben könnte", so die Veranstalter. Aus Graz ist die Künstlergruppe "G.R.A.M" sowie Schauspeiler des Jugendtheaterensembles des Theater am Ortweinplatz (TAO) an der Produktion beteiligt, die im Anschluss in sechs europäischen Städten zu sehen sein wird.

Das Gesamtbudget des Festivals beträgt heuer rund 714.000 Euro. Damit werden insgesamt 101 Vorstellungen von insgesamt 233 Künstlern bestritten. (APA)

"La Strada"
Festival für Straßen- und Puppentheater von 30. Juli bis 6. August in Graz
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    foto: "la strada"
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