Neue UN-Menschenrechtskommissarin gegen Sperranlage

23. Juli 2004, 09:35
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Israel soll Bedürfnis nach Sicherheit mit anderen Mitteln nachkommen

Genf - Die neue UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Louise Arbour, hat sich hinter die UN-Resolution zum Abriss der israelischen Sperranlage im Westjordanland gestellt. Alle Verantwortlichen verfolgten mehr oder minder dieselbe Richtung, sagte Arbour am Donnerstag in Genf. "Diese Sperre sollte abgebaut werden", betonte sie.

Benachteiligsten im Fokus

"Sie ist keine Lösung für den Konflikt." Es bleibe zu hoffen, das die israelische Regierung ihrem verständlicherweise großen Bedürfnis nach Sicherheit mit anderen Mitteln nachkomme. Die frühere kanadische Richterin kündigte an, sie wolle sich insgesamt vor allem um die am meisten Benachteiligten einsetzen.

Vor allem die extreme Armut müsse bekämpft werden. Sie sei Ursache vieler Konflikte. "Für mich sind Menschenrechte vor allem eine Frage der Gerechtigkeit." In der sudanesischen Krisenprovinz Darfur müsse zuerst einmal die Menschenrechtslage erfasst werden, sagte sie weiter. Eine Gruppe des UN-Menschenrechtskommissariats sei dazu nach Darfur gereist.

Arbour ist Die Nachfolgerin des Brasilianers Sergio Vieira de Mello, der im August vergangenen Jahres bei einem Terroranschlag auf das UN-Hauptquartier in Bagdad ums Leben gekommen war. Sie hatte im Juli ihr neues Amt angetreten. (APA/dpa)

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