EU hilft 158.000 Flüchtlingen aus der Westsahara in Algerien

26. Juli 2004, 17:47
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Kommission bewilligt acht Millionen Euro, um Basisversorgung der Vertriebenen zu sichern

Brüssel - Die EU-Kommission hat acht Millionen Euro an humanitärer Hilfe für 158.000 Flüchtlinge aus der Westsahara bewilligt. Die Menschen waren vor mehr als drei Jahrzehnten vor dem Konflikt mit Marokko in den Südwesten Algeriens geflohen, wo sie sich in Flüchtlingslagern aufhalten. "Obwohl es sich um eine vergessene Krise handelt, ist die Situation der Flüchtlinge immer noch Besorgnis erregend", heißt es in einer Aussendung der EU-Kommission von Donnerstag. Die Menschen seien weiterhin fast ausschließlich auf internationale Hilfe angewiesen, um zu überleben.

Mit dem von der EU-Behörde für humanitäre Hilfe (ECHO) ausgezahlten Geld soll die Versorgungssicherheit mit Nahrungsmitteln und Wasser sowie die Hygiene in den Lagern verbessert werden. Unter anderem soll sicher gestellt werden, dass jeder Flüchtling die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Mindestversorgung mit Lebensmitteln in Höhe von 2.100 Kilokalorien täglich erhält.

Ein Lager mit 40.000 Menschen habe bisher noch überhaupt keinen Zugang zu Wasser. Zudem fehle es für mehr als 30.000 Familien an Toiletten und Reinigungsmitteln. Durch die Schaffung einer Hühnerfarm soll den Menschen aber auch geholfen werden, sich selbst mit Nahrung zu versorgen.

Das Engagement der EU sei umso bedeutsamer, als die Flüchtlinge in jüngster Zeit "zum Opfer zunehmender Erschöpfung der (anderen) internationalen Geber" geworden sei. ECHO hat in den Jahren 1993 bis 2003 insgesamt 100 Millionen Euro für die Flüchtlinge in Westsahara ausgegeben.

Die Westsahara war bis zum Jahr 1975 eine spanische Kolonie. Nach dem Abzug der Spanier wurde das rohstoffreiche Wüstengebiet von Marokko annektiert. Die von Algerien unterstützte Befreiungsfront Polisario lieferte den Marokkanern einen verlustreichen Guerillakrieg, bevor 1991 ein Waffenstillstand vereinbart wurde. Zehntausende Flüchtlinge warten aber immer noch auf eine umfassende Friedenslösung, um in ihre Heimat zurückkehren zu können. (APA)

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