Slowakische Ungarnpartei will im Parlament Ungarisch reden

23. Juli 2004, 15:10
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SMK und ungarische Fidesz wollen Minderheiten-Arbeitsgruppe im EU-Parlament

Preßburg - Die Abgeordneten der "Partei der Ungarischen Koalition" (SMK) wollen im slowakischen Parlament die Möglichkeit haben, ihre Muttersprache zu benutzen. Die SMK werde diese Forderung formell im September erheben, sagte ihr Fraktionschef Gyula Bardos der Tageszeitung "Sme" (Donnerstag-Ausgabe). Dem Ansinnen schloss sich auch Edit Bauer an, die für die SMK im EU-Parlament sitzt. Bauer äußerte sich bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der rechtsgerichteten, ungarischen Partei Fidesz in Straßburg. Fidesz präsentierte dabei das Vorhaben, im Europaparlament eine Arbeitsgruppe einzurichten, die sich mit Minderheiten-Problemen beschäftigt. Auch Bauer will sich daran beteiligen.

Die Vertreter der slowakischen Parteien reagierten auf den Vorstoß der SMK ablehnend. "Diese Forderung wird höchstwahrscheinlich nicht unsere Unterstützung finden", sagte der christdemokratische Abgeordnete Pavol Abrhan (KDH) gegenüber "Sme". Scharf fiel die Reaktion der oppositionellen Partei Smer aus: "Die Slowakische Republik ist nicht dazu geschaffen worden, damit man im Nationalrat auf Ungarisch verhandelt", so der Smer-Vorsitzende Robert Fico. Nicht einmal 24 Stunden seien seit dem ersten Zusammentreten des neuen EU-Parlaments vergangen und schon sei klar, welche Interessen die SMK-Abgeordneten in Straßburg verträten.

Rund 10 Prozent der slowakischen Bevölkerung

Die ungarische Minderheit stellt ungefähr 10 Prozent der slowakischen Bevölkerung. Die SMK kam bei den Parlamentswahlen 2002 auf 11,16 Prozent und ist im Parlament mit 20 Abgeordneten vertreten. Seit 1998 ist sie an Regierungskoalitionen beteiligt. Sie stellt derzeit drei Minister, und den Vize-Premier. SMK-Chef Bela Bugar ist stellvertretender Parlamentspräsident. (APA)

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