Muster zählt auf Koubek und Melzer

23. Juli 2005, 19:17
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Daviscup: "Rest nach Leistung" - Neue Ini­tiativen für Nachwuchs, keine Chance für Nacht­schwärmer - "Alle wis­sen, was ich erwarte"

Kitzbühel - "Diese Woche verlief nicht so wie erwartet, denn ich hätte noch gerne Österreicher im Bewerb gesehen. Die Leistung von Koubek war kämpferisch beeindruckend, die von Melzer nicht. Auch seine Körpersprache war nicht in Ordnung, doch ich weiß, dass er besser spielen kann. Ager hat die Wild Card verdient und gut gekämpft." Diese Bilanz aus heimischer Sicht zog Daviscup-Kapitän Thomas Muster am Donnerstag bei einer ÖTV-Pressekonferenz im Rahmen der Generali open in Kitzbühel, wobei er für die Daviscup-Relegation gegen Großbritannien Ende September in Pörtschach Koubek und Melzer bereits als Fixstarter bezeichnete.

Knowle im Doppel gesetzt

"Der Rest wird sich je nach Leistung zeigen", sagte Muster, der in dieser Kitzbühel-Woche mit ÖTV-Spitzenspielern ebenso wie mit Jugendlichen trainierte und sie auch von seiner Erwartungshaltung informierte. Der derzeit verletzte Julian Knowle, dessen Einzug ins Doppel-Finale von Wimbledon aus der Sicht des 36-jährigen Steirers "zu wenig gewürdigt" wurde, ist natürlich bei entsprechender Fitness für das Doppel fix eingeplant. Johannes Ager ("er hat sich in den letzten eineinhalb Jahren enorm entwickelt"), Daniel Köllerer ("Ich habe hier mit ihm über sehr viele Dinge gesprochen, nicht nur über den Daviscup") und Alexander Peya zählen zum Kreis der möglichen Anwärter, nicht aber der 30-jährige Werner Eschauer.

Drei mögliche Paarungen

"Er ist kein Hoffnungsträger für die Zukunft und deshalb kein Thema, weil ich junge Spieler einsetzen möchte. Außerdem ist ja sein Ranking nicht so überragend", führte Muster dazu als Begründung an. Peya kommt für das Doppel in Frage, in dem es derzeit mit Knowle/Melzer, Knowle/Peya und Melzer/Peya drei Möglichkeiten gibt. "Wann Köllerer eine Chance bekommt, liegt ganz in seiner Hand", sagte Muster, der gegen die von Tim Henman angeführten Briten ("Sie sind zu schlagen") mit dem Heimvorteil im Rücken alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ausnützen will.

Nachtschwärmer uninteressant

Großen Wert legt der Daviscup-Kapitän auf "Disziplin und die richtige Berufsaufassung, vom Training bis zur Turnierplanung." Dabei gibt es nun auch abendliche Lokalkontrollen, wobei er nach Mitternacht die Spieler nicht mehr außerhalb ihrer Quartiere antreffen möchte: "Ich habe allen zu verstehen gegeben, was ich erwarte, sonst hat bei mir keiner eine Chance." In Kitzbühel ist ihm bereits ein ÖTV-Spieler "zufällig in die Hände gelaufen", doch wollte er den Namen dieses "Nachtschwärmers" nicht nennen.

Trainingslehrgänge mit besten Jugendlichen

Muster möchte ins Daviscup-Training auch jüngere Spieler einbauen und Talente auch in anderen Bereichen forcieren. So plant er pro Jahr zwei bis drei Trainingslehrgänge mit den besten Jugendlichen und denkt nach einem Gespräch mit Ion Tiriac ähnlich wie in Rumänien an die Einführung von zehn Future-Turnieren (Damen und Herren) in Österreich, um dem heimischem Nachwuchs möglichst viel Turnierpraxis zu bieten. (APA)

  • Thomas Muster verlangt Disziplin.

    Thomas Muster verlangt Disziplin.

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