Schüttler wehrte zehn Matchbälle ab

23. Juli 2005, 19:17
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Gegen Außenseiter Andreas Seppi - "Habe bei big points mehr riskiert" - 3.500 Zuschauer bei Night Session

Kitzbühel - Rainer Schüttler, der bei den mit einer Million Dollar dotierten Generali open in Kitzbühel vor French Open-Sieger Gaston Gaudio als Nummer eins gesetzt ist, wandelte am Mittwochabend gegen den krassen Südtiroler Außenseiter Andreas Seppi am Rande einer Niederlage. Erst nach der Abwehr von zehn Matchbällen schaffte der in der Weltrangliste auf Rang acht geführte Deutsche gegen die Nummer 185 mit 3:6,7:6 (13),6:0 den Einzug ins Achtelfinale. Das liegt knapp hinter dem ATP-Rekord des Italieners Adriano Panatta, der 1976 in Rom gegen den Australier Ken Warwick nach der Abwehr von elf Matchbällen gewonnen hatte.

Bei der ersten Night Session der Turniergeschichte erlebten die 3.500 Zuschauer im Casino-Stadion einen wahren Tennis-Krimi, der Ende des zweiten Satzes an Dramatik nichts zu wünschen übrig ließ. Zuerst wehrte Schüttler bei 4:5 und 5:6 je zwei Matchbälle ab, und im Tiebreak ging es in dieser Tonart munter weiter. In dieser Phase ließ der baumlange Südtiroler, der dank einer Wild Card einen Startplatz erhalten hatte, sechs weitere Matchbälle (zwei bei eigenem Aufschlag) ungenützt.

"Ich habe bei diesen big points mehr riskiert", resümierte Schüttler, nachdem er diese entscheidenden Momente dank Routine und Nervenstärke erfolgreich gemeistert und damit seinen 20-jährigen Gegner mental gebrochen hatte. Der dritte Set war dann für den vierfachen Sieger von ATP-Turnieren nur mehr Formsache und ging nach 28 Minuten (Gesamtspielzeit 2:15 Stunden) ohne Gameverlust an den 28-jährigen Deutschen, der vor kurzem zum Spielervertreter der ATP gewählt wurde. (APA)

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