Die Übernahme

24. Mai 2005, 19:48
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Gütliche Einigung nach monatelangem Übernahmekampf

Frankfurt - Mit der Übernahme von Mannesmann durch den britischen Mobilfunkkonzern Vodafone-AirTouch entstand im Jahr 2000 das nach Börsenwert viertgrößte Unternehmen der Welt.

Vor der Einigung lieferten sich die Kontrahenten einem monatelangen Übernahmekampf. Dazu zählten auch millionenschwere Werbekampagnen beider Konzerne in deutschen Medien.

  • 21. Oktober 1999: Mannesmann macht den Anteilseignern des drittgrößten britischen Mobilfunkbetreibers Orange ein 62-Mrd.-DM-Angebot. Am Folgetag kursieren Gerüchte, Vodafone wolle den Düsseldorfer Konzern übernehmen.

  • 14. November: Vodafone schlägt einen Tausch von 43,7 Vodafone-Aktien für jede Mannesmann-Aktie vor. Das Übernahmeangebot beinhaltet keine Barzahlung für die Aktionäre. Nach damaligen Kursen entspricht das einem Volumen von etwa 200 Mrd. DM. Mannesmann nennt das Angebot "völlig unangemessen".

  • 19. November: Vodafone erhöht sein Angebot auf 53,7 Vodafone-Aktien je Mannesmann-Aktie. Bargeldzahlungen sind nicht vorgesehen, das Finanzvolumen liegt nun bei 242 Mrd. DM. Der Vorstand des Düsseldorfer Konzerns lehnt wieder ab.

  • 24. November: Vodafone-Chef Chris Gent geht auf Werbetour. In einer Anzeigenkampagne wirbt er für seine Pläne und betont, dass keine Arbeitsplätze wegfallen werden.

  • 28. November: Der Mannesmann-Aufsichtsrat spricht sich einstimmig gegen das Übernahme-Angebot aus.

  • 29. November: Mannesmann-Chef Klaus Esser startet in London eine dreiwöchige Werbetour durch die wichtigsten Finanzzentren der Welt.

  • 21. Dezember: Die EU-Kommission gibt Mannesmann grünes Licht für die Übernahme von Orange.

  • 23. Dezember: Vodafone legt den Mannesmann-Aktionären offiziell das Umtauschangebot vor. Das Unternehmen bietet 53,7 Vodafone-Aktien im Tausch für eine Mannesmann-Aktie. Die Übernahme hätte damit ein Volumen von rund 270 Mrd. DM. Bargeld soll es nicht geben. Den Anteilseignern bleibt eine Entscheidungsfrist bis 7. Februar 2000.

  • 06. Jänner 2000: Der Abwehrkampf gegen die feindliche Übernahme durch Vodafone wird laut Mannesmann rund 400 Mill. DM kosten.

  • 07. Jänner: Mannesmann legt für 1999 eine glänzende Bilanz vor. Mit einem Umsatzplus von 22 Prozent auf 23,2 Mrd. Euro (rund 45 Mrd. DM).

  • 10. Jänner: Der Ton zwischen beiden Unternehmen wird immer schärfer. Gent wirft Mannesmann Irreführung der Aktionäre vor.

  • 19. Jänner: Laut Mannesmann ist der Konzern an einer Vertiefung der Zusammenarbeit mit dem französischen Mischkonzern Vivendi interessiert.

  • 24. Jänner: Die Aktionäre von Vodafone stimmen mit überwältigender Mehrheit für das Angebot zur Übernahme von Mannesmann.

  • 28. Jänner: Mannesmann bestätigt Gespräche mit dem Internet-Giganten AOL.

  • 30. Jänner: Vodafone und Vivendi kündigen in Paris die Gründung eines neuen Internet-Unternehmens an.

  • 01. Februar: Vodafone erklärt sich bereit, sein Umtauschangebot leicht aufzustocken, wenn Mannesmann den Kampf aufgibt.

  • 03. Februar: Die Konzerne einigen sich. Vodafone legt ein neues Angebot vor. Es sieht vor, dass bis zum 17. Februar eine Mannesmann-Aktie in 58,9646 Vodafone-Papiere eingetauscht wird. Damit würde Mannesmann 49,5 Prozent des Unternehmens halten. Der Vorstand von Mannesmann empfehlt seinen Anteilseignern einstimmig, das Angebot anzunehmen. (APA)
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