Mordfall Wieser: Freigesprochener Südtiroler soll Mitschuld haben

23. Juli 2004, 11:58
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Erst in der vergangenen Woche wurde ein deutscher Lastwagenfahrer als Mörder der 19-jährigen Studentin zu lebenslanger Haft verurteilt

Bozen - Im Fall rund um den Sexualmord an der Osttiroler Studentin Carmen Wieser legt die Staatsanwaltschaft Bozen nun Berufung ein.

Ihrer Ansicht nach ist der Südtiroler Florian S., der zuletzt wegen Mordes an der 19-Jährigen freigesprochen wurde, an deren Tod mitschuldig. Erst in der vergangenen Woche wurde ein ostdeutscher Lkw-Fahrer von einem Schwurgericht im bayerischen Traunstein als Mörder von Wieser zu lebenslanger Haft verurteilt.

Ungeklärte Fragen

Die beiden Staatsanwälte Guido Rispoli und Giancarlo Bramante sind überzeugt, dass Florian S. aus Innichen bei dem Mord im Jahr 2000 dabei war. Für sie gibt es immer noch eine Reihe von ungeklärten Fragen bzw. belastende Beweise. Die Staatsanwaltschaft beantragt deshalb Rekurs gegen den Freispruch des Südtirolers und fordern seine Verurteilung wegen Mordes, Nötigung und sexueller Gewalt.

Florian S. war wegen Mordverdachts mehr als zwei Jahre lang in Untersuchungshaft.Der Südtiroler soll Wieser gemeinsam mit einem Unbekannten in einem Fahrzeug festgehalten und belästigt haben. Daraufhin dürfte die junge Frau ihrem Mörder in die Hände gelaufen sein.

Nach dem Geständnis des 44-jährigen Fernfahrers Frank Th., der 1999 auch eine 31 Jahre alte tschechische Autostopperin umgebracht haben soll, wurde Florian S. im vergangenen März wegen sexueller Gewalt und Freiheitsberaubung zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Sämtliche Vorwürfe hatte er bisher bestritten.(APA)

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