Elfenbeinküste: Affensterben durch Milzbrand

28. Juli 2004, 12:29
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Die Infektionswege der Epidemie im Tai National Park sind noch unbekannt

London/Berlin - Neben Menschen und schwindenden Lebensräumen wird nun auch Milzbrand zur Bedrohung für Menschenaffen. Berliner Forscher vom Robert-Koch-Institut und vom Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig fanden heraus, dass eine große Zahl wild lebender Schimpansen im Tai National Park (Elfenbeinküste) an Milzbrand (Anthrax) starb.

"Anthrax ist in wild lebenden Primaten des tropischen Regenwalds zu finden, also in einem Lebensraum, der vorher nicht als Herberge für Anthrax bekannt war", schreiben Fabian Leendertz und Heinz Ellerbrok in der jüngsten Ausgabe des Fachjournals "Nature". Die Tiere in drei frei lebenden Populationen zeigten demnach die typischen Krankheitssymptome wie Erbrechen und Fieber. Sie erlitten eine Blutvergiftung und starben innerhalb weniger Stunden.

Infektionswege unbekannt

Normalerweise sind nur Wiederkäuer direkt von Anthrax betroffen. Andere Säugetiere - auch Menschen - können sich jedoch durch den Verzehr von belastetem Fleisch oder das Einatmen der Sporen anstecken.

Zwar ist bisher unklar, wie die afrikanischen Schimpansen sich infizierten. "Doch auch unabhängig davon, stellt das Auftreten von Anthrax nicht nur für die vom Aussterben bedrohten Affen, sondern auch für Menschen eine Gefahr dar", schreiben die Autoren. Jagd und Verzehr wilder Tiere sollten deshalb strikt verboten werden. (Apa)

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Nature

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