Geflüchtete togolesische Militärs in Benin inhaftiert

24. Juli 2004, 20:29
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Internationale Föderation der Menschenrechtsligen: Vom Eyadema-Regime verfolgt

Cotonou - Elf togolesische Militärangehörige, die in ihrer Heimat beschuldigt werden, eine Verschwörung zum Sturz von Staatschef General Gnassingbe Eyadema angezettelt zu haben, sind im Nachbarland Benin inhaftiert worden, das ihnen zuvor den Flüchtlingsstatus zuerkannt hatte. Das enthüllte am Mittwoch die Internationale Föderation der Menschenrechtsligen (FIDH).

Die Männer - Unteroffiziere und einfache Soldaten - hätten ihr Land im vergangenen Jänner verlassen, weil sie sich weigerten, Folterbefehle des Eyadema-Regimes auszuführen und außergerichtliche Hinrichtungen vorzunehmen, teilte die FIDH in einem 32-Seiten-Bericht mit.

Angeblicher Schutz

Nach Angaben eines Vertreters des Flüchtlings-Hochkommissariats der Vereinten Nationen befinden sich die Togolesen derzeit im zentralen Polizeikommissariat von Cotonou. Von den beninesischen Behörden werde dies mit der Notwendigkeit begründet, die Männer vor der Gefahr "physischer Aggression" zu schützen. Nach Informationen der FIDH wurden sie jedoch in der Haft misshandelt.

Der mit diktatorischen Methoden regierende Eyadema kam 1967 durch einen Putsch an die Macht. Nur drei Jahre nach der Unabhängigkeit des französischen Protektorats, das vor dem Ersten Weltkrieg deutsche Kolonie gewesen war, führte Eyadema 1963 den ersten Putsch in der nachkolonialen Geschichte Afrikas an und stürzte den ersten togolesischen Präsidenten Sylvanus Olympio. Den Vorwurf, für die Ermordung Olympios verantwortlich zu sein, hat Eyadema stets zurückgewiesen. Das Präsidentenamt übernahm das ehemalige Mitglied der französischen Fremdenlegion 1967. (APA)

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