Uferschwalbe wieder heimisch

27. Juli 2004, 10:21
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Neben der Kolonie in Laa a. d. Thaya sind zwei weitere Brutbereiche an Flüssen in ganz Österreich bekannt

Laa a. d. Thaya - Durch Regulierungsmaßnahmen nach dem Hochwasser im Jahr 2002 waren die natürlichen Uferböschungen der Thaya bei Laa verschwunden. Rund zwei Jahre später gibt es sie wieder - und sie werden auch gleich genützt: Die Uferschwalben, eine äußerst selten gewordene Vogelart, haben die Steilwände angesteuert und zum Brüten verwendet. Dies ist das Ergebnis einer erfolgreichen Zusammenarbeit der NÖ Wasserbauabteilung und von Umweltschutzorganisationen.

Wiedererrichtung der Steilwände

"Die Wiedererrichtung der Steilwände bei Laa bietet neue Überlebenschancen für diese seltene Art und sollte Vorbild für ähnliche Aktionen an niederösterreichischen Flüssen sein", lobte und forderte Ulrich Eichelmann, Wasserexperte des WWF. Eine erste Zählung der neuen Kolonie ergab 34 Brutröhren, das ist in diesem Jahr die größte an den drei bekannten Stellen.

Drei Brutbereiche an Flüssen

Neben der Kolonie in Laa a. d. Thaya sind lediglich zwei weitere Brutbereiche an Flüssen in ganz Österreich bekannt. Eine davon befindet sich am Unterlauf der Thaya bei Rabensburg, die andere an der Pielach. Eichelmann: "Dieser Wiederaufbau der Brutwände ist ein vorbildliches Beispiel der Zusammenarbeit zwischen den Naturschutzorganisationen und dem Wasserbau. Doch sollte der Informationsaustausch über seltene Artenvorkommen und Lebensräume an Gewässern zwischen Behörden und Organisationen im Vorfeld von Projekten verbessert werden."

Ursprünglich waren die Uferschwalben an allen größeren Flüssen im Osten Österreichs - wie etwa Kamp, Leitha, March, Donau, Raab - verbreitet. Mit der Begradigung der Gewässer wurden die Ufer verbaut und die Schwalben verloren ihre Brutwände. Die Uferschwalbe ist die kleinste heimische Schwalbenart. Bevorzugter Lebensraum sind Uferanrisse an den Flüssen im Tiefland. Heute nisten diese Vögel fast ausschließlich in Sand- und Kiesgruben, da es an geeigneten natürlichen Steilufern mangelt.(APA)

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