Gigantenduell im Finale

26. Juli 2004, 00:38
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Brasilien zitterte sich gegen Uruguay durch das Elferschießen und trifft im Endspiel auf Argentinien - Urus vs. Kolumbien um Platz drei

Lima/Peru - Die 41. Auflage der "Copa America", des ältesten internationalen Fußball-Turniers (seit 1916), hat am Sonntag (22 Uhr MESZ/Premiere live) mit Brasilien gegen Argentinien ihr Traum-Endspiel. Nach den "Gauchos", die am Dienstag Titelverteidiger Kolumbien (3:0) eliminiert hatten, gewann die "selecao" 24 Stunden später in Lima das zweite Halbfinale gegen Uruguay 5:3 im Elferschießen. Nach 90 Minuten war es 1:1 (0:1) gestanden. Im Spiel um Platz treffen am Samstag die Kolumbianer und die Uruguayer aufeinander.

Lange hatte es vor 25.000 Zuschauern in Lima gar nicht nach dem Aufstieg des fünffachen und regierenden Weltmeisters ausgesehen. Denn die aggressiven und besseren "Urus" bestimmten die erste Hälfte, gingen durch ein Kopftor von Marcelo Sosa (22.) verdient in Führung und verzeichneten durch Dario Silva (13.) auch noch einen Lattentreffer. Doch 90 Sekunden nach der Pause glich der Favorit dank Inter-Stürmer Adriano aus und gestaltete die Partie danach etwas offener.

Torhüter von Flamengo Rio als Held des Abends

Zum Helden des Abends avancierte im Elferschießen der 24-jährige Julio Cesar. Der Torhüter von Flamengo Rio parierte den vierten, von Vicente Sanchez geschossenen Strafstoß der Urus und entschied damit die Partie, weil die Brasilianer ihre fünf Versuche alle verwerteten. "Wir haben nicht nur die Nerven bewahrt, sondern unsere Elfer auch majestätisch verwandelt. Das zeugt auch von technischer Qualität", meinte der brasilianische Teamchef Carlos Alberto Parreira zufrieden.

Der Nachfolger von Luiz Felipe Scolari, der in Peru mit einer B-Garnitur ohne die Stars wie Ronaldo, Ronaldinho, Roberto Carlos, Kaka und Cafu spielt, war heilfroh, nicht das Spiel um den dritten Platz in der 3.400 m hoch gelegenen und 1.000 km von Lima entfernten Stadt Cusco bestreiten zu müssen. Ebenfalls positiv resümierte Parreira-Widerpart Jorge Fossati. "Wir haben unser Identität, unseren Fußball wiederentdeckt und können optimistisch der WM-Quali entgegensehen. Wir haben hier eine Basis gefunden", meinte er.

Während die Brasilianer ihren siebenten "Copa"-Erfolg (zuletzt 1999) im Visier haben, können die Argentinier (1993), die derzeit gemeinsam mit Uruguay gleichauf liegen, mit der 15. Trophäe zum alleinigen Rekordhalter aufsteigen. Die Brasilianer hatten sich schon acht Mal hinter dem zweifachen Weltmeister mit dem undankbaren zweiten Turnier-Endrang (zuletzt 1991) begnügen müssen.

Das Ballyhoo der zwei Giganten setzte bereits ein. "Gewinnen ist schön, aber gegen Argentinien zu gewinnen ist viel, viel schöner", schrie der brasilianische Star-Reporter Galvao Bueno in sein Mikrofon. "Wir haben uns in dem Turnier konstant gesteigert und verdienen den Titel", so "Gaucho" Andres d'Alessandro und dessen Mitspieler Luciano Figueroa will den Pokal für seinen bei einem Autounfall verunglückten Bruder holen. Für die Mannschaft des umstrittenen Trainers Macelo Bielsa wäre es erlaubtes Olympia-Doping, wollen sie doch in Athen Gold holen.(APA/Reuters/AFP/dpa)

Zweites Halbfinale:

  • Brasilien - Uruguay 1:1 (1:0), Elferschießen 5:3. Lima, 25.000 Zuschauer; Tore: Adriano (47.) bzw. Marcelo Sosa (22.)

    Dienstag spielten: Argentinien - Kolumbien 3:0 (1:0). Endspiel am Sonntag (Ortszeit) in Lima Brasilien - Argentinien (Lima), Spiel um Platz drei am Samstag (Ortszeit) in Cusco: Uruguay - Kolumbien

    • Ende gut - alles gut.

      Ende gut - alles gut.

    • Schmerzen bei den Urus Dario Silva und Diego Forlan.

      Schmerzen bei den Urus Dario Silva und Diego Forlan.

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