Iranisches Parlament will Abtreibungen eingeschränkt legalisieren

22. Juli 2004, 09:52
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Wächterrat muss Entwurf bewilligen

Teheran - Das konservative iranische Parlament hat am Dienstag einem Gesetzentwurf zur eingeschränkten Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen zugestimmt. Danach sollen Abtreibungen in den Frühphasen der Schwangerschaft möglich sein, falls das Leben der Mutter gefährdet oder der Embryo missgebildet ist.

"Abtreibungen sind nicht zulässig, sobald der Fötus eine Seele hat, selbst wenn das Leben der Mutter gefährdet oder der Fötus behindert ist", sagte der Abgeordnete Ali Bagbanian. Nach der islamischen Lehre empfängt ein Kind 17 Wochen nach der Befruchtung eine Seele.

Mit dem Gesetz würde eine religiöse Anordnung des geistlichen Oberhauptes Ayatollah Ali Khamenei aus dem Jahr 1999 zu geltendem Recht. Zuvor muss jedoch auch der zwölfköpfige Wächterrat den Entwurf bewilligen. (APA/Reuters)

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