Weniger Asylanträge im ersten Halbjahr 2004

15. September 2004, 17:00
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Anerkennungsquote gegenüber 2003 deutlich gestiegen - Flüchtlingsaufteilung auf Länder funktioniert noch immer nicht

Wien- Im ersten Halbjahr 2004 haben 12.566 Flüchtlinge in Österreich um Asyl angesucht. Das geht aus der jüngsten Statistik des Innenministeriums hervor. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres hat die Zahl der Asylwerber damit um knapp 15 Prozent abgenommen. Deutlich angestiegen ist dafür die Anerkennungsquote, also die Zahl jener, die tatsächlich Asyl bekommen. Weiterhin Probleme gibt es mit der Aufteilung der Flüchtlinge innerhalb Österreichs auf die einzelnen Bundesländer.

Die meisten Flüchtlinge kamen im ersten Halbjahr 2004 aus Russland (3.643), ein großer Teil davon sind Tschetschenen. Die zweitmeisten Flüchtlinge kamen aus Serbien und Montenegro (1.245), gefolgt von Indien (1.012), Nigeria (893), Georgien (842), der Türkei (582), Moldawien (581) und Afghanistan (418). Die Anerkennungsquote lag bei Tschetschenen (96 Prozent) und bei Afghanen (87 Prozent) am höchsten.

Anerkennungsquote bei 56 Prozent

Insgesamt lag die Anerkennungsquote bei 56 Prozent, was einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr bedeutet, als die Quote bei nur 29,6 Prozent lag. Diese Zahlen sind aber etwas verzerrt. Es werden nämlich nur die positiven und negativen Entscheidungen eingerechnet. Die große Gruppe der "sonstigen" Entscheidungen (in der Regel Verfahrenseinstellungen, weil die Flüchtlinge nicht mehr auffindbar sind) wird nicht berücksichtigt. Konkret wurden im heurigen Jahr 14.343 Fälle erledigt. 1.912 Asylanträge wurden negativ beschieden, 2.486 positiv. 9.945 Fälle fallen unter die Gruppe der "sonstigen" Entscheidungen.

Bei der Bereitstellung von Quartieren zeigen sich weiter vor allem die westlichen Bundesländer säumig. Tirol unterschreitet die mit dem Bund vereinbarte Quote derzeit um 30,6 Prozent, Vorarlberg um 28,4 Prozent und Kärnten um 19,7 Prozent. Das Burgenland scheint in der Statistik mit einem Minus von 21,8 Prozent auf, hier wurden bisher aber EDV-Probleme beim Erfassen der Quartiere ins Treffen geführt. Kleinere Abweichungen gibt es in Oberösterreich und Salzburg. Weiterhin deutlich mehr Quartiere als eigentlich vorgesehen stellen Wien (plus 42,8 Prozent) und Niederösterreich (plus 17,4 Prozent) bereit.  (APA)

Nachfolgend die Entwicklung in Zahlen:

Jahr Anträge

1997 6.719 1998 13.793 1999 20.096 2000 18.284 2001 30.127 2002 39.354 2003 32.359

Anträge von Jänner bis Juni

2002 16.624 2003 14.773 2004 12.566

Erledigungen des Jahres 2004

Positiv 2.486 Negativ 1.912 Verfahrenseinstellungen 9.945 Gesamt 14.343

Anträge monatsweise seit Jänner 2004

Monat Anträge

Jänner 2004 1.533 Februar 2004 1.840 März 2004 2.572 April 2004 3.140 Mai 2004 1.319 Juni 2004 2.162 Gesamt 12.566

Quotenerfüllung in Ländern (Stand 21. Juli):

Bundesland Ist-Stand Soll-Stand Quotenerfolg in Prozent Wien 5.201 3.643 + 1.558 + 42,77 Niederösterreich 4.264 3.633 + 631 + 17,37 Oberösterreich 2.996 3.236 - 240 - 7,42 Burgenland 510 652 - 142 - 21,78 Steiermark 3.070 2.781 + 289 + 10,39 Tirol 1.099 1.583 - 484 - 30,57 Kärnten 1.056 1.315 - 259 - 19,70 Salzburg 1.168 1.211 - 43 - 3,55 Vorarlberg 591 825 - 234 - 28,36

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