Bombenexplosion unter Times Square: Verletzter Polizist als Verdächtiger

22. Juli 2004, 21:30
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Beamter war nach vierjähriger Karriere seinen letzten Tag im Dienst

New York - Die Polizei in New York untersucht die mysteriösen Umstände, unter denen am Montagabend eine Rohrbombe in einer New Yorker U-Bahn-Station explodiert ist und damit ein Verkehrschaos am Times Square ausgelöst hat. Die Ermittler waren zunächst von Feuerwerkskörpern ausgegangen, korrigierten sich aber am Dienstagabend.

Den Angaben zufolge war der Sprengsatz in einem Rucksack versteckt in der Station unter dem Times Square hochgegangen, ein Mann erlitt dabei leichte Verbrennungen. Die Explosion löste einen Großeinsatz der Polizei aus. Hunderte Polizisten evakuierten die Station und sperrten den gesamten Times Square für zwei Stunden ab. Spezialeinheiten suchten mit Spürhunden nach weiteren Bomben. Der U-Bahn-Verkehr am Times Square wurde erst nach Mitternacht wieder aufgenommen.

Verdächtiger Polizist

Ein Terroranschlag wurde aber vorerst ausgeschlossen. Dennoch sind Geheimdienst und Terrorismusexperten an der Untersuchung beteiligt.

Der Mann, der Verbrennungen erlitt, ist der 27-jährige Joseph Rodriguez. Seinen Aussagen nach war er auf den Rucksack aufmerksam geworden und auf ihn zugegangen, währenddessen sei die Bombe explodiert.

Wie die New York Times berichtete, ist Rodriguez möglicherweise sogar selbst der Täter. Verdächtig an ihm erscheint, dass er nach vierjähriger Polizeikarriere aus psychischen Gründen in Pension geschickt worden war und der Tattag auch sein letzter Tag im Dienst war. (dpa, moe, DER STANDARD Printausgabe 22.7.2004)

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