Kleiner Sonnenstrahl für Sun

8. September 2004, 14:01
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Milliarden-Scheck von Microsoft bringt den Computerkonzern in die schwarzen Zahlen

Wien - Dank einer milliardenschweren Entschädigungszahlung von Microsoft hat der US-Computerkonzern Sun Microsystems das abgelaufene Quartal nach langer Durststrecke erstmals wieder mit schwarzen Zahlen abgeschlossen.

Im vierten Quartal (zum 30. Juni) erreichte das Unternehmen einen Gewinn von 795 Mio. Dollar (642 Mio. Euro), ohne die Microsoft-Entschädigung wären es aber nach wie vor 120 Mio. Dollar Verlust gewesen, so Österreich-Chef Donatus Schmid am Mittwoch vor Journalisten. Im Vergleichsquartal des Vorjahres hatte das Unternehmen noch einen Verlust von rund einer Mrd. Dollar geschrieben.

Seinen operativen Umsatz hat Sun im abgelaufenen Quartal erstmals seit drei Jahren wieder steigern können - konkret um 4,3 Prozent auf 3,11 Mrd. Dollar. Im Gesamtjahr 2003/04 kämpfte der US-Computer- und Softwarehersteller nach wie vor mit Umsatz- und Margenrückgängen.

11,19 Milliarden Dollar Umsatz

Laut Schmid ist der Umsatz 2004 um 2,2 Prozent auf 11,19 Mrd. Dollar (9,04 Mrd. Euro) zurückgegangen. Die Marge sank um 2,8 Prozent auf 40,4 Prozent. Der Verlust im Gesamtjahr wurde von 3,43 Mrd. Dollar im Geschäftsjahr 2003 auf 376 Mio. Dollar reduziert. In Summe hat Microsoft nach Beilegung des Streits um Softwarepatente an Sun rund 1,6 Mrd. Dollar gezahlt.

Sun-Aktien verloren in New York nachbörslich leicht auf 4,09 Dollar nach 4,11 Dollar zum Börsenschluss.

In Zukunft will Sun laut Österreich-Chef Schmid verstärkt auf mehr Software- und weniger Hardwaregeschäft setzen, derzeit würden die Services rund 34 Prozent des Umsatzes ausmachen, der Rest entfalle auf Produkte.

"Unser Ziel sind wiederkehrende Umsätze", so Schmid, der eingestand, dass Sun "vielleicht noch etwas teuer ist". Als Ziel für das Geschäftsjahr 2005 nannte er "profitabel werden".

Re-Hosting bei Böhler Edelstahl

Die beiden wichtigsten Österreich-Projekte des abgelaufenen Geschäftsjahres waren laut Firmenangaben das Re-Hosting von IBM zu Sun bei Böhler Edelstahl in Kapfenberg sowie ein Musikdownloadservice für Sony Europe. Drei Projekte mit heimischen Universitäten seien gerade am laufen, mehr dürfe er dazu aber nicht verraten, so Schmid.

Den dahin tümpelnden Kurs von rund vier Dollar will Sun unter anderem mit umfangreichen Kosteneinsparungen in Forschung und Entwicklung wieder zu alten Höhen führen - im September 2000 lag der Aktienkurs bei 64 Dollar.

Demnach sollen im Jahr 2005 rund 500 Mio. Dollar in diesem Bereich gespart werden. Gleichzeitig setzt Sun auf die Entwicklungspartnerschaft mit dem japanischen Computerkonzern Fujitsu bzw. dem japanisch-deutschen-Joint Venture Fujitsu Siemens. (APA)

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