De Palacio hält Personalkürzungen für notwendig

28. Juli 2004, 11:26
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Geschäftsführer Cimoli warnt Gewerkschaften: "Ohne Abkommen über Rettungsplan droht Insolvenz"

Rom - Die EU-Verkehrskommissarin Loyola de Palacio hält Stellenkürzungen bei Alitalia zur Rettung der vom Konkurs bedrohten italienischen Airline für "unvermeidbar".

"Personalkürzungen sind notwendig, weil die Gesellschaft eine tiefgreifende Umstrukturierung braucht, um wettbewerbsfähig zu werden", sagte de Palacio in Straßburg nach Angaben italienischer Nachrichtenagenturen am Mittwoch. Die EU-Kommissarin riet Alitalia, sich auf die konkurrenzstärkeren Routen zu konzentrieren, um wieder Marktanteile zu gewinnen.

Die EU-Kommission hatte am Dienstag grünes Licht für einen Überbrückungskredit im Wert von 400 Mio. Euro gegeben, durch den die Fluggesellschaft eine lebenswichtige Finanzspritze erhalten soll. De Palacio betonte, dass der Überbrückungskredit nicht als Staatshilfe betrachtet werden dürfe.

Kommission kontrolliert

"Die EU-Kommission wird kontrollieren, dass der Kredit nicht zur Erweiterung der Routen beitragen wird, auf denen Alitalia präsent ist, weil dies wettbewerbsverzerrende Effekte für den Markt hätte", betonte die EU-Kommissarin. Europäische Fluggesellschaften, darunter die British Airways, hatten gegen den Überbrückungskredit protestiert, der ihrer Ansicht nach einer Staatshilfe gleiche.

Alitalia-Chef Giancarlo Cimoli warnte inzwischen die Gewerkschaften, dass die Gesellschaft in die Insolvenz schlittern könnte, sollten sie nicht dem Rettungsplanzustimmen.

Laut den Grundlinien des Industrieplans 2004-2008, den Cimoli in Brüssel vorgestellt hat, soll Alitalia bis 2006 die Gewinnschwelle erreichen. 2005 und 2006 werden Sanierungsjahre sein, danach werde das Management auf Neuaufschwung und Wettbewerbsfähigkeit setzen, hieß es im Plan, der vorerst keine Stellenkürzungen vorsieht.

Zwei Gesellschaften

Um Alitalia zu retten, plant Cimoli die Aufteilung der Airline in die zwei Gesellschaften AZ Fly, in die die Aktivitäten der Airline im Flugbereich zusammengefasst werden sollen, und AZ Service, einer Dienstleistungsgesellschaft. Cimoli will zudem stark auf Kosteneinsparungen setzen. Zugleich will der Aufsichtsrat unter Cimolis Leitung an einer Strategie feilen, um die Produktivität der Airline zu steigern, die seit 1998 keine schwarze Zahlen mehr schreibt. (APA)

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