Der Pensionist, den Österreich beneidet

28. Juli 2004, 11:39
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Üppige Gage für Ex-ÖBB-Personalchef - Kolportiert werden 5000 Euro monatlich

Wien - "Man kann Moldaschl vieles vorwerfen, aber nicht, dass er dumm ist." Daher sei eine einvernehmliche Lösung des Dienstverhältnisses mit dem 47-jährigen ÖBB-Personalchef nicht möglich gewesen, sagt ein hoher Bahnmanager, der nicht genannt werden will.

Der Zwangspensionierte habe sich seine fiktiven Ansprüche aus seiner Tätigkeit bei der ÖBB auf Heller und Cent ausgerechnet und diese als "Golden Handshake" verlangt. "Der wäre unbezahlbar gewesen." Ob Moldaschl tatsächlich 2,5 Mio. Euro zugestanden wären, wie News berichtet, bleibt unbestätigt.

Ein Disziplinarverfahren, das seit der Dienstrechtsreform einfacher durchzufechten ist, weil es nicht mehr der Einstimmigkeit mit der Belegschaftsvertretung bedarf, sei keine Alternative gewesen. Denn formal habe sich der Spitzenjurist, der sein ganzes Berufsleben bei den ÖBB verbrachte, nichts zuschulden kommen lassen.

Keine Geldsorgen

Jetzt kann sich der 1956 geborene getrost die Sonne auf den Bauch scheinen lassen - vielleicht im Eisenbahnerstrandbad an der Alten Donau, in dessen Nähe er sogar einen Schrebergarten gepachtet haben soll. Geldsorgen sollten den ledig-gebundenen Moldaschl dabei nicht plagen, denn seine Frühpension beträgt laut News monatlich 5000 Euro.

Die ÖBB machen daraus ebenso ein Geheimnis wie aus dem Datum, seit dem der gebürtige Waldviertler bei den ÖBB werkt. Zum Personalchef für 47.000 Eisenbahner gemacht hat ihn Ex-ÖBB-Chef Helmut Draxler.

Dessen Nachfolger, ÖBB-General Rüdiger vom Walde, soll Moldaschl nie so richtig über den Weg getraut haben, heißt es - quasi als Rechtfertigung für den Zwangsabschied per 1. Oktober. Warum ihm "VW" vor drei Jahren allerdings mit noch mehr Kompetenzen und einem neuen Vertrag ausgestattet hat, bleibt mysteriös. (ung/DER STANDARD Printausgabe, 22.07.2004)

  • Wolfgang Moldaschl, Pensionär
    foto: öbb

    Wolfgang Moldaschl, Pensionär

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